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Prostatakrebs

Auswertung mehrerer Studien: Positiver Schnittrand erhöht Risiko für Krankheitsrückfall

Original Titel:
Positive surgical margin is associated with biochemical recurrence risk following radical prostatectomy: a meta-analysis from high-quality retrospective cohort studies

DGP – Ein positiver Schnittrand erhöhte laut einer Analyse von 41 verschiedenen Studien das Risiko für einen Krankheitsrückfall nach einer operativen Entfernung der Prostata aufgrund von Prostatakrebs.


Eine operative Entfernung der Prostata bietet bei einem Prostatakrebs, der noch auf die Prostata beschränkt ist, die Möglichkeit, den Krebs zu heilen. Nach der Operation wird das entfernte Gewebe genauestens untersucht. Dabei wird sowohl der Aggressivität des Krebses beurteilt als auch untersucht, ob der komplette Tumor entfernt werden konnte. Befinden sich am Rand des operativ entfernten Gewebes Krebszellen, ist von einem positiven Schnittrand die Rede. In diesem Fall ist es denkbar, dass der Krebs bei der Operation nicht komplett beseitigt wurde und noch Krebszellen im Körper verblieben sind. Viele Studien haben bereits gezeigt, dass ein positiver Schnittrand das Risiko für einen Wiederanstieg des PSA (prostataspezifisches Antigen)-Wertes (biochemisches Rezidiv) erhöht. Dennoch ist die Studienlage diesbezüglich widersprüchlich. Aus diesem Grund verschaffte sich ein chinesisches Forscherteam einen Überblick über die derzeitige Datenlage zu dieser Thematik.

Wissenschaftler analysierten die Ergebnisse von 41 Studien

Die Wissenschaftler fanden 41 Studien mit einer hohen Qualität, die sich mit dem Zusammenhang zwischen positiven Schnitträndern und dem Rückfallrisiko befasst haben. Die Studien enthielten Daten von insgesamt 37928 Prostatakrebs-Patienten. Die Forscher fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und werteten sie neu aus.

Positive Schnittränder erhöhten das Risiko für einen Krankheitsrückfall

Bei ihrer Auswertung kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass positive Schnittränder mit einem größeren Risiko für ein biochemisches Rezidiv im Zusammenhang standen. Berechnungen zufolge erhöhte das ungünstige Operationsergebnis das Risiko um 35 %. Das erhöhte Risiko war bei allen untersuchten Patientengruppen zu erkennen – z. B. bei Patienten mit PSA-Werten unter 10 ng/ml und auch bei Patienten mit höheren PSA-Werten oder bei Patienten unter 64 Jahren und auch bei älteren Patienten.

Ein positiver Schnittrand stellte somit einen Risikofaktor für einen PSA-Anstieg nach der operativen Entfernung der Prostata aufgrund von Prostatakrebs dar. Dieses erhöhte Rückfallrisiko sollte bei der anschließenden Betreuung und Nachsorge berücksichtigt werden.

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