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Migräne

Erenumab gegen Migräne: Wie viel nehmen?

Original Titel:
The appropriate dosing of erenumab for migraine prevention after multiple preventive treatment failures: a critical appraisal

DGP – Wie viel Erenumab ist für solche Patienten mit Migräne am vielversprechendsten, die vorher mit mehreren Prophylaxen gescheitert sind? Forscher analysierten dazu die bisherigen klinischen Studien und fanden Vorteile der höheren Dosierung sowohl bei episodischer als auch chronischer Migräne.


Erenumab ist ein sogenannt voll-humanisierter, monoklonaler Antikörper gegen den Rezeptor des CGRP (kurz für das engl. calcitonin gene-related peptide). Dieses Biologikum ist zugelassen zur prophylaktischen Behandlung episodischer und chronischer Migräne. Dazu erhalten Patienten monatliche Behandlungen mit entweder 70 mg oder 140 mg Erenumab. Diese Dosierungen schienen bisher vergleichbar verträglich. Welche der beiden Dosierungen hilft nun aber Patienten besser, die nach mehreren vorher gescheiterten Prophylaxen in die Behandlung mit Biologika einsteigen? Dies ermittelten Forscher nun, indem sie die bisherigen Studien mit Blick auf diese Frage analysierten.

Wie viel Erenumab bringt die beste Wirkung, wenn frühere Therapien gescheitert sind?

Dazu durchsuchten sie die medizinwissenschaftliche Datenbank PubMed sowie Kurzberichte (abstracts) von Konferenzen der letzten zwei Jahre, in denen die Sicherheit und Wirksamkeit von Erenumab bei Patienten mit vorherigen gescheiterten prophylaktischen Therapien untersucht wurde.

Die Forscher analysierten drei randomisierte, kontrollierte Studien (in denen Erenumab im Vergleich zu einer Kontrollsubstanz getestet wurde) und deren Unteranalysen und Erweiterungsstudien. Darin zeigte sich ein Vorteil der höheren Dosierung (140 mg monatlich) gegenüber der geringeren Dosierung (70 mg). Dies fand sich sowohl bei Patienten mit episodischer als auch mit chronischer Migräne. Das Ergebnis war auch unabhängig davon, ob ein Medikamentenübergebrauch vorlag oder nicht, und zeigte sich nicht nur in den offenen Verlängerungen der Studien, sondern auch während der Doppelblindphasen der Studien, in denen weder Patienten noch behandelnde Ärzte wussten, ob der Wirkstoff oder ein Kontrollmittel gegeben werden. Der Wirkungsunterschied zwischen den Dosierungen stieg mit der Zahl der vorher gescheiterten Prophylaxen an – je häufiger vorherige Therapien also erfolglos gewesen waren, desto eher schien es sich zu lohnen, direkt die höhere Dosierung Erenumab zu nehmen.

Je häufiger vorherige Therapien also erfolglos waren, desto eher schien die höhere Dosis im Vorteil zu sein

Demnach könnte es sich bei Patienten, die mehrere Prophylaxetherapien vorher erfolglos probiert haben, lohnen, den Antikörper gegen den CGRP-Rezeptor, Erenumab, direkt in der höheren Dosierung zu erhalten. Weitere Studien sollten nun die langfristige Wirksamkeit einer solchen Behandlung ermitteln.

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