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COPD

COPD: Weniger Krankheitsschübe bei Kombination dreier Wirkstoffe

Original Titel:
Single-inhaler triple therapy in patients with chronic obstructive pulmonary disease: a systematic review

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler fassten die Ergebnisse aus 6 Studien mit knapp 20000 COPD-Patienten zusammen
  • Unter Dreifachtherapie (ICS/LABA/LAMA) erlitten die Patienten seltener mittelschwere bis schwere Krankheitsschübe als unter einer Therapie mit LAMA allein, einer Therapie mit LABA und ICS oder einer Therapie mit LAMA und LABA.

 

DGP – Wenn eine Zweifachtherapie mit langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und langwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) nicht ausreicht, können zusätzliche inhalative Kortikosteroide (ICS) sinnvoll sein. Diese Dreifachtherapie (LABA/LAMA/ICS) war nämlich mit weniger mittelschweren bis schweren Krankheitsschüben verbunden. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler, indem sie die Ergebnisse von sechs bereits veröffentlichten Studien zusammenfassten.


Langwirksame Beta-2-Agonisten (LABA) und langwirksame Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) sind Wirkstoffe, die allein oder in Kombination bei COPD zum Einsatz kommen. Doch auch, wenn beide Wirkstoffe kombiniert werden, kann noch nicht allen Patienten ausreichend geholfen werden. Manche Patienten leiden trotz der Zweifachtherapie (LAMA/LABA) unter Beschwerden, die sich gegebenenfalls sogar weiter verschlimmern. Diesen Patienten wird empfohlen, die Zweifachtherapie mit einem inhalativen Kortikosteroid (ICS) zu ergänzen, sodass sie eine Dreifachtherapie aus LABA, LAMA und ICS erhalten. Diese drei Wirkstoffe können so kombiniert werden, dass nur ein Inhalator notwendig ist. Die Wirksamkeit der Dreifachtherapie aus einem Inhalator wurde bereits in mehreren Studien untersucht. Wissenschaftler aus England, den USA und Schottland verschafften sich in einer Übersichtsarbeit einen Überblick über die derzeitige Datenlage zu dieser Thematik.

Wissenschaftler werteten die Daten von knapp 20000 COPD-Patienten neu aus

Die Wissenschaftler durchforsteten internationale Datenbanken auf der Suche nach geeigneten Studien, die bis Dezember 2018 veröffentlicht wurden. Als geeignet sahen die Wissenschaftler die Studien an, bei denen es eine Kontrollgruppe gab und bei denen die Zuteilung auf die Dreifachtherapie-Gruppe und die Kontrollgruppe nach dem Zufallsprinzip erfolgte. Insgesamt sechs Studien genügten ihren Ansprüchen, sodass insgesamt die Daten von 19658 COPD-Patienten in die Analyse einflossen. Die Wissenschaftler untersuchten, wie oft es in den verschiedenen Gruppen jährlich zu mittelschweren bis schweren Krankheitsschüben kam.

Weniger mittelschwere bis schwere Krankheitsschübe unter Dreifachtherapie

Die Analyse der verschiedenen Studienergebnisse ergab, dass die Dreifachtherapie die jährliche Rate an mittelschweren bis schweren Krankheitsschüben reduzierte – und zwar sowohl im Vergleich zu einer Therapie nur mit LAMA (20 % weniger) als auch im Vergleich zu einer Zweifachtherapie mit LAMA und LABA (15–52 % weniger) als auch im Vergleich zu einer Therapie mit LABA und ICS (15–35 % weniger). Berechnungen zufolge müssten zwischen 25 und 50 Patienten mit der Dreifachtherapie behandelt werden, um einen Patienten vor einem mittelschweren bis schweren Krankheitsschub zu bewahren. Bei genaueren Untersuchungen machte es den Anschein, dass vor allem ehemalige Raucher, Patienten mit erhöhte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen, den sogenannten eosinophilen Granulozyten (kurz Eosinophile), und Patienten, die in der Vergangenheit von vielen Krankheitsschüben betroffen waren, von der Dreifachtherapie profitierten. Laut der größten der sechs Studien traten unter der Dreifachtherapie jedoch häufiger Lungenentzündungen auf.

Die Dreifachtherapie reduzierte somit mittelschwere bis schwere Krankheitsschübe. Sie war jedoch auch mit bestimmten Nebenwirkungen verbunden, weshalb für jeden Patienten individuell abgewogen werden sollte, ob er die Dreifachtherapie oder doch lieber nur einen oder zwei der Wirkstoffe erhalten sollte.

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