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Migräne

Den Vagusnerv stimulieren zur Migräneprophylaxe: bringt das was?

Original Titel:
Non-invasive vagus nerve stimulation (nVNS) for the preventive treatment of episodic migraine: The multicentre, double-blind, randomised, sham-controlled PREMIUM trial

Kurz & fundiert

  • Nicht invasive Vagusnervstimulation (nVNS): eine Option für die Migräneprophylaxe?
  • Multizentrenstudie mit 332 Patienten mit episodischer Migräne mit 3 Monaten nVNS versus Kontrolle
  • Als Prophylaxe nicht überzeugend, außer bei regelmäßigen Anwendern

 

DGP – Den Vagusnerv stimulieren (nVNS) zur Migräneprophylaxe episodischer Migräne war nach neuen Studienergebnissen einer Scheinstimulation nicht überlegen. Nachträgliche Analysen zeigten aber, dass regelmäßige Anwender der Vagusnervstimulation einen größeren Vorteil gegenüber der Scheinbehandlung hatten.


Nicht invasive Vagusnervstimulation (nVNS) wurde bereits häufiger zur Akutbehandlung, aber auch als mögliche Prophylaxemethode für Migräne untersucht. Dahinter steht das wissenschaftliche Verständnis der Vorgänge bei einer Migräne, bei der der Vagusnerv eine wesentliche Rolle spielt. In Studien konnte bisher besonders der akute Nutzen von nVNS zur Linderung von Schmerzen und mit Effekt auf die Einnahme von Schmerzmitteln gezeigt werden.

Vagusnerv stimulieren zur Migräneprophylaxe: bringt das was?

In einer Multizentrenstudie unter der Leitung mehrere renommierter Migräneexperten wurden nun Patienten mit episodischer Migräne 40 Wochen lang untersucht. Nach einer anfänglichen Beobachtungsphase von 4 Wochen folgte eine Doppelblindphase über drei Monate, in der die Patienten zufällig mit nVNS oder einer Scheinstimulation behandelt wurden. Anschließend konnten sich die Teilnehmer für ein weiteres halbes Jahr offen mit nVNS weiterbehandeln lassen. Die nVNS-Behandlung bestand aus zwei Stimulationen, die jeweils 2 Minuten auf beiden Seiten des Nackens (bilateral) durchgeführt wurde. Dies erfolgte dreimal täglich im Abstand von 6–8 Stunden.

Multizentrenstudie über mehr als ein halbes Jahr mit drei Monaten im Vergleich zu einer Scheinbehandlung

Von anfänglich 477 Patienten konnten abschließend 332 analysiert werden. Im Durchschnitt sank ihre monatliche Zahl an Migränetagen um 2,26 Tage mit nVNS (165 Patienten) von anfänglich 7,9 Migränetagen. Mit der Scheinbehandlung konnten allerdings auch 1,80 Tage von anfänglich 8,1 Migränetagen gewonnen werden (167 Patienten). Dieser Unterschied war demnach nicht statistisch überzeugend. Andere Messwerte ergaben ähnliche Ergebnisse. Nachträglich wurde jedoch auch die Adhärenz untersucht – also wie regelmäßig die Patienten die Stimulation tatsächlich einsetzten. Patienten, die ihre Behandlung an mindestens 67 % der Tage pro Monat durchführten, gewannen mit der nVNS-Behandlung signifikant mehr Migräne-freie Tage (2,27 Tage, 138 Patienten), als die Patienten mit der Scheinbehandlung (1,53 Tage, 140 Patienten). Der therapeutische Effekt war offenbar auch größer bei Patienten mit Migräne mit Aura als bei Patienten ohne Aura. Die meisten unerwünschten Effekte der nVNS-Stimulation waren mild und vorübergehend. Die typischste Nebenwirkung war ein vorübergehendes, unangenehmes Gefühl an der Stimulationsstelle.

Als Prophylaxe nicht überzeugend, außer bei sehr regelmäßigen Anwendern

Vorbeugende, prophylaktische nVNS-Behandlung episodischer Migräne war demnach in dieser Studie nicht einer Scheinstimulation überlegen. Die Autoren vermuten, dass das Gerät zur Scheinbehandlung eventuell doch eine aktive Stimulation des Vagusnerven bewirkte. Gleichzeitig schien aber auch die Nutzung der Behandlung ein wesentlicher Faktor im Ergebnis zu sein: nachträgliche Analysen zeigten, dass regelmäßige Anwender der echten Stimulation einen größeren Vorteil gegenüber der Scheinbehandlung hatten.

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