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Chronische Darmentzündung

Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln – Langer Impfschutz auch bei Patienten mit chronischer Darmentzündung und entsprechender Therapie?

Original Titel:
Immunosuppression Does Not Affect Antibody Concentrations to Measles, Mumps, and Rubella in Patients with Inflammatory Bowel Disease

DGP – Chronische Darmentzündungen werden in der Regel mit Wirkstoffen behandelt, die das Immunsystem herunterregulieren (Immunsuppressiva). Wirkt sich eine solche Behandlung auf den Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln aus? Die Ergebnisse der vorliegenden Studie lassen vermuten, dass dies nicht so ist.


Patienten mit einer chronischen Darmentzündung erhalten in der Regel Medikamente, die das Immunsystem herunterregulieren (Immunsuppressiva). Die Kehrseite dieser entzündungshemmenden Therapie ist, dass die Betroffenen ein höheres Risiko für Infektionen haben. Aus diesem Grund ist es gerade für Patienten mit immunsupprimierender Therapie vorteilhaft, wenn sie sich bereits vor Beginn der Therapie impfen lassen. Bezüglich der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln wird empfohlen, diese bereits im Kindesalter durchzuführen. Es besteht jedoch der Verdacht, dass die Antikörper, die nach dieser Impfung gegen die Impfviren gebildet werden, weniger lange überdauern, wenn die Geimpften eine immunsupprimierende Therapie erhalten. Wissenschaftler aus Madison (USA) fragten sich deshalb, ob geimpfte Patienten mit einer chronischen Darmentzündung, die eine immunsupprimierende Therapie erhielten, ähnlich hohe Konzentrationen gegen Masern, Mumps und Röteln aufwiesen wie gesunde Vergleichspersonen.

Wissenschaftler maßen die Antikörperkonzentrationen gegen die Impfviren bei immunsupprimierten Patienten und gesunden Vergleichspersonen

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 46 Patienten mit chronischer Darmentzündung und von 20 gesunden Vergleichspersonen, die sich durchschnittlich vor 17 bis 19,7 Jahren einer Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) unterzogen hatten. Bei den Patienten erfolgte die Impfung noch vor der Diagnose der chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Von allen Studienteilnehmern wurden die Antikörperkonzentrationen gegen die Impfviren bestimmt. Die Wissenschaftler verglichen die Antikörperkonzentrationen der Patienten mit denen von den gesunden Vergleichspersonen. Des Weiteren untersuchten sie die Patienten genauer, indem sie diese je nach den Medikamenten, die sie mindestens drei Monate vor Studienbeginn einnahmen, in drei verschiedene Gruppen einteilten: alleinige Therapie mit Thiopurinen, alleinige Therapie mit TNF-Hemmern (dazu zählen Infliximab, Adalimumab und Golimumab) und Kombinationstherapie mit einem TNF-Hemmer und einem anderen Wirkstoff, der in das Immunsystem eingreift (Immunmodulator wie Thiopurine oder Methotrexat).

Keine Unterschiede in den Antikörperkonzentrationen zwischen immunsupprimierten Patienten und gesunden Vergleichspersonen

Alle Studienteilnehmer wiesen messbare Antikörperkonzentrationen gegen die drei Viren, gegen die sie geimpft wurden, auf. Die Wissenschaftler konnten keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Antikörperkonzentrationen gegen Masern, Mumps oder Röteln zwischen den Patienten und den gesunden Vergleichspersonen feststellen. Auch die Art der Medikamente, die die Patienten bekamen, schien keinen Einfluss auf die Antikörperkonzentration zu haben.

Patienten mit chronischer Darmentzündung wiesen somit viele Jahre nach einer Impfung Antikörperkonzentrationen gegen die Impfviren (Masern, Mumps und Röteln) auf, die mit denen gesunder Kontrollpersonen vergleichbar waren – und zwar obwohl sie Medikamente bekamen, die das Immunsystem herunterregulierten. Der Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln hielt somit auch bei Patienten mit immunsupprimierender Therapie an. Generell gilt, dass während einer immunsupprimierenden Therapie keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen (wie es bei der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln der Fall ist) durchgeführt werden sollen. Im besten Fall sollten Impfungen daher schon vor Beginn einer immunsupprimierenden Therapie erfolgen.

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