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Offene oder minimalinvasive Operation? Einfluss auf die Lebensqualität von Darmkrebs-Patienten

Original Titel:
Prospective evaluation of the quality of life of patients undergoing surgery for colorectal cancer depending on the surgical technique

DGP – Operationen stellen bei Darmkrebs eine wichtige Behandlungsmöglichkeit dar. Diese kann sowohl offen als auch minimalinvasiv erfolgen. Wissenschaftler untersuchten in der vorliegenden Studie, ob die Operationsmethode einen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten hat. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass in diesem Punkt die minimalinvasive Operation die Nase vorn hatte.


Ein wichtiges Ziel bei der Behandlung von Darmkrebs ist nicht nur, den Krebs unter Kontrolle zu halten und so das Überleben der Patienten zu verlängern, sondern auch die Lebensqualität der Patienten so gut es geht zu erhalten. Aus diesem Grund sollten Behandlungsmethoden nicht allein in Hinsicht auf ihre Wirksamkeit bewertet werden, sondern auch mit Sicht auf den Patienten und dessen Lebensqualität. Für diese interessierten sich Wissenschaftler aus Polen. Sie wollten herausfinden, ob es bezüglich der Lebensqualität einen Unterschied macht, ob die Patienten minimalinvasiv oder offen operiert wurden. Beide Operationsmethoden kommen bei der Therapie von Darmkrebs zum Einsatz. Während bei der offenen Operation der Bauch mit einem Längsschnitt geöffnet wird, reichen bei der minimalinvasive Operationsmethode schlüssellochgroße Einschnitte aus.

Darmkrebs-Patienten unterzogen sich entweder einer offenen oder einer minimalinvasiven Operation

Die Wissenschaftler sammelten Daten von 67 Darmkrebs-Patienten, bei denen der Krebs noch keine Metastasen gebildet hatte und die sich einer Darmkrebs-Operation unterzogen hatten. Je nachdem mit welcher Methode sie operiert wurden, wurden sie in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt: minimalinvasive Operation (32 Patienten) und offene Operation (35 Patienten). Zu drei verschiedenen Zeitpunkten wurde die Lebensqualität der Patienten ermittelt – und zwar bei der Aufnahme auf die Station, 6 Monate und 18 Monate nach dem Eingriff. Zur Bewertung der Lebensqualität nutzten die Wissenschaftler verschiedene spezialisierte Fragebögen.

Bessere Lebensqualität nach einer minimalinvasiven Operation

Bei der Auswertung der Fragebögen stellten die Wissenschaftler fest, dass die Patienten, die sich minimalinvasiv operieren ließen, 6 Monate nach dem Eingriff eine bessere allgemeine Lebensqualität aufwiesen als die Patienten, die sich einer offenen Operation unterzogen. Dieser Unterschied in der Lebensqualität war auch nach 18 Monaten noch zu sehen. Speziell im Hinblick auf die Körperfunktionen 18 Monate nach der Operation schnitt die minimalinvasive Operation besser ab als der offene Eingriff. Die Patienten, die minimalinvasiv operiert wurden, hatten außerdem ein besseres Körperbild, weniger Gewichtsprobleme und weniger Ängste. Und auch die Akzeptanz der Erkrankung war nach dem minimalinvasiven Eingriff besser als nach der offenen Operation.

Darmkrebs-Patienten schienen somit eine bessere Lebensqualität zu haben, wenn sie sich minimalinvasiv statt offen operieren ließen. Es ist jedoch anzumerken, dass es sich hier um eine kleine Studie mit nur wenigen Teilnehmern handelt. Außerdem kann es für bestimmte Patienten sinnvoll sein, sich einer offenen Operation zu unterziehen. Die Wahl für die geeignete Operationsmethode, muss somit individuell und gemeinsam – mit Patienten und dem Arzt – erfolgen.

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