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Prostatakrebs

Alarmierend: Die meisten Patienten wussten nicht, dass sich Rauchen negativ auf ihre urologische Krebserkrankung auswirkt

Original Titel:
Influence of Gender and Age on the Willingness to Reduce Nicotine Consumption-Results of a Survey in Urological Cancer Patients (KRAUT Study)

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler befragten Patienten mit einer urologischen Krebserkrankung nach ihrem Rauchverhalten und ihrem Verständnis bezüglich des Zusammenhangs zwischen Rauchen und ihrer Krebserkrankung
  • Die meisten Patienten wurden nicht von ihrem Arzt darüber informiert, dass sich Rauchen negativ auf ihren Krankheitsverlauf auswirken kann
  • Nur wenige Patienten planten, aufgrund ihrer Erkrankung mit dem Rauchen aufzuhören oder dieses zu reduzieren
  • Frauen und jüngere Patienten waren eher bereit, ihr Rauchverhalten zu ändern

 

DGP – Rauchen kann sich auch auf urologische Krebserkrankungen wie Prostatakrebs oder Blasenkrebs negativ auswirken. Dies war laut der vorliegenden Studie den meisten Patienten jedoch nicht bewusst. Nur wenige planten, aufgrund ihrer Krebserkrankung mit dem Rauchen aufzuhören oder zumindest ihren Zigaretten-Konsum zu reduzieren.


Rauchen schaden der Gesundheit. Das ist den meisten bewusst. Viele denken diesbezüglich an Lungenkrankheiten wie die chronisch obstruktive Lungenentzündung (COPD) oder Lungenkrebs. Doch Rauchen wirkt sich nicht nur auf die Lunge negativ aus. Wissenschaftler aus Deutschland wollten herausfinden, ob Patienten mit einem urologischen Krebserkrankungen wie Blasen- oder Prostatakrebs wissen, dass sich Rauchen auch negativ auf ihre Krebserkrankung auswirken kann. Zu diesem Zweck führten sie eine Umfrage durch.

Wissenschaftler befragten Patienten mit urologischer Krebserkrankung zu ihrem Rauchverhalten

Die Wissenschaftler baten Patienten mit einer urologischen Krebserkrankung zwischen September 2013 und Dezember 2014 an einer Umfrage teilzunehmen. 258 Patienten folgten der Bitte und nahmen an der Studie teil. Sie wurden gefragt, ob und wie viel sie rauchten und ob sie glaubten, dass es einen Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Auftreten von Krebserkrankungen (Lungenkrebs und urologische Krebsarten) gibt. Die Wissenschaftler interessierte außerdem, in welchem Umfang sie diesbezüglich von ihrem Arzt informiert wurden.

Nur wenige Patienten mit urologischer Krebserkrankung planten, wegen ihrer Krebserkrankung mit dem Rauchen aufzuhören

Bei der Auswertung der Fragebögen stellten die Wissenschaftler fest, dass etwa 3 von 4 Patienten (72,1 %, 186 Patienten) mit ihrem Arzt noch nie ein Informationsgespräch über Rauchen und ihre urologische Krebserkrankung geführt hatten. Den meisten Patienten war nicht bekannt, dass sich Rauchen negativ auf ihre Krebserkrankung auswirken könnte. Alarmierend war, dass von den 160 Rauchern nur 45 (28,1 %) planten, wegen ihrer Krebserkrankung mit dem Rauchen aufzuhören oder das Rauchen zu reduzieren. Die Bereitschaft, die Rauchgewohnheiten zu ändern, war bei Frauen deutlich größer als bei Männern. Auch jüngere Patienten (unter 58-Jährige) waren eher dazu bereit, ihren Zigaretten-Konsum zu reduzieren oder ganz mit dem Rauchen aufzuhören.

Die meisten Patienten mit einer urologischen Krebserkrankung wussten nicht, dass sich Rauchen negativ auf ihre Krebserkrankung auswirken könnte. Dementsprechende plante auch nur ein kleiner Teil der Patienten, aufgrund ihrer Krebserkrankung mit dem Rauchen aufzuhören oder das Rauchen zu reduzieren. Die Patienten diesbezüglich aufzuklären, ist ein erster wichtiger Schritt.

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