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COPD

Rauchstopp: Leichter atmen und sich leichter fühlen?

Original Titel:
Efficacy of Smoking Cessation on Stress, Anxiety, and Depression in Smokers with Chronic Obstructive Pulmonary Disease: A Randomized Controlled Clinical Trial

DGP Stress, Ängste, Depressionen – bei Menschen mit COPD nicht selten, besonders unter Rauchern. Mit dem Rauchen mit Unterstützung aufzuhören, könnte dagegen helfen, berichten iranische Forscher.


Gefühle von Stress und Angst oder Depressionen sind häufig bei Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Gerade unter Rauchern mit COPD sind sie verbreitet. Iranische Forscher haben untersucht, ob ein Rauchstopp helfen kann, Stress, Ängste und depressive Beschwerden bei Rauchern mit COPD zu verringern.

Verschiedene Ansätze, um Rauchstopp zu bewerkstelligen

Die Forscher teilten dazu rauchende COPD-Patienten in drei kontrollierte Versuchsgruppen ein. Die Maßnahmen zum Rauchstopp bestanden aus fünf einmal wöchentlichen Beratungen zur Verhaltensänderung, einer Nikotinersatztherapie, z. B. mit Nikotinkaugummis oder -pflastern, oder einer Kombination aus Beratung und Nikotinersatztherapie. Mittels eines Fragebogens erfassten die Wissenschaftler die Nikotinabhängigkeit der Teilnehmer, ihre Stress-, Angst- und Depressionssymptome. Außerdem maßen die Forscher den Anteil von Kohlenstoffmonoxid (CO) in der Atemluft der Teilnehmer. Die Werte aus den Fragebögen und der Kohlenstoffmonoxidmessung wurden zu Beginn der Untersuchung, nach 12 Wochen und nochmals nach 29 Wochen nach der Behandlung erhoben.

Kohlenstoffmonoxid verschlechtert die Sauerstoffversorgung im Körper

Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein Gas, das bei Verbrennung entsteht und daher im Rauch von Zigaretten, aber auch in Autoabgasen enthalten ist. Im Körper verdrängt Kohlenstoffmonoxid den Sauerstoff im Blut, sodass bei Rauchern die Sauerstoffversorgung der Organe schlechter ist. Regelmäßig kommt es z. B. durch defekte Kamine oder Heizungsanlagen zu Kohlenstoffmonoxidvergiftungen, die tödlich enden können. Anhand einer Kohlenstoffmonoxidmessung können Ärzte und Apotheker genauer feststellen, wie intensiv geraucht wird. Das hängt neben der Zahl der Zigaretten z. B. auch von der Tiefe der Inhalation ab. Auch kann mit einem Kohlenstoffmonoxidtest abgeschätzt werden, ob jemand in den letzten 24 Stunden Zigarettenrauch ausgesetzt gewesen war.

Ansätze mit Beratung halfen besonders gut, alle Ansätze halfen, sich besser zu fühlen

Die COPD-Patienten, die die Studie abschlossen, rauchten, laut den Wissenschaftlern, im Mittel 23 Zigaretten täglich. Die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Rauchstopp war in den Gruppen, die entweder nur die Beratung oder die Beratung und eine Nikotinersatztherapie erhielten, größer, als in der Gruppe, die nur eine Nikotinersatztherapie erhielt. Auch die Symptome von Stress, Angst und Depressionen und die Menge von Kohlenstoffmonoxid in der Ausatemluft waren in diesen Gruppen besser, als in der Gruppe, die die Nikotinersatztherapie allein erhielt.

Rauchstopp kann scheinbar helfen Stress, Ängste und depressive Beschwerden zu verringern

Die Wissenschaftler fassen zusammen, dass die Beratung sowie Beratung plus Nikotinersatztherapie nachweislich effektiver waren, als eine Nikotinersatztherapie allein. Die Ergebnisse zeigen, dass alle Ansätze die Symptome von Stress, Ängsten und Depressionen während des Rauchstopps in der Studie reduzierten. Das Rauchen zu reduzieren, kann also scheinbar Gefühle von Stress und Angst und depressive Beschwerden bei rauchenden COPD-Patienten mindern.

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