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Prostatakrebs

Innere Strahlentherapie unter Hypnose statt Narkose?

Original Titel:
Prostate brachytherapy under hypnosedation: A prospective evaluation

DGP – Für die Betäubung während der Einbringung von Strahlungsquellen in die Prostata (Brachytherapie) gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Teilnarkose oder Vollnarkose. Aber auch die Hypnosedierung, eine Kombination aus Hypnose und lokaler Betäubung, erzielte in der vorliegenden Studie gute Ergebnisse.


Patienten mit Prostatakrebs, die sich für eine innere Strahlentherapie (Brachytherapie) entscheiden, bekommen Partikel in die Prostata eingesetzt, die Strahlungen abgeben und so die Prostata mitsamt dem Tumor von innen heraus bestrahlen. Das Einbringen der Partikel geschieht unter Betäubung. Hierbei bieten sich die Vollnarkose und die Teilnarkose (genauer: eine Spinalanästhesie) an. Ein weiterer, interessanter Ansatz ist die Hypnosedierung. Hierbei wird eine Kombination aus Hypnose und lokaler Betäubung angewandt. Wissenschaftler aus Frankreich verglichen diese Art der Betäubung mit der Voll- und Teilnarkose bei Patienten, die sich einer Brachytherapie unterzogen.

Prostatakrebs-Patienten ließen sich auf verschiedene Weise betäuben

Die Wissenschaftler werteten die Daten von Prostatakrebs-Patienten aus, die sich auf verschiedene Wegen aufgrund einer Brachytherapie betäuben ließen. 79 Patienten unterzogen sich einer Hypnosedierung. Weitere 79 Patienten erhielten eine Vollnarkose und 37 Patienten ließen sich mittels Teilnarkose (Spinalanästhesie) betäuben. Die Wissenschaftler verglichen die verschiedenen Patientengruppen im Hinblick auf die angewandten Medikamente und auf die Dauer der Behandlung.

Die Hypnosedierung war mit Vorteilen verbunden

11 Patienten (13,9 %) aus der Hypnosedierungs-Gruppe forderten schließlich doch eine Vollnarkose an, weil sie das hypnotische Level nicht erreichten. Von den restlichen 68 Patienten, die sich der Hypnosedierung unterzogen, gaben 66 Patienten (97 %) an, dass sie sich wieder für diese Art der Betäubung entscheiden würden und es anderen Patienten empfehlen. Es ist nicht überraschend, dass Patienten mit der Hypnosedierung im Vergleich zu den Patienten mit den anderen Betäubungsmethoden durchschnittlich weniger Medikamente benötigten (Hypnosedierung: 3,1, Vollnarkose: 7,9, Teilnarkose: 5,6). Die Hypnosedierung verlängerte zwar die durchschnittliche Zeit im Operationsraum (um 12 Minuten gegenüber der Vollnarkose und um 19 min gegenüber der Teilnarkose), die Zeit im Aufwachraum wurde jedoch vermieden. Während Patienten mit Vollnarkose 61 Minuten und Patienten mit Teilnarkose 67 Minuten im Aufwachraum verbrachten, konnten die Patienten mit Hypnosedierung diesen komplett umgehen. Außerdem benötigten Patienten mit der Hypnosedierung weniger lange einen Harnkatheter.

Die Hypnosedierung schien sich somit als Alternative zur Vollnarkose und Teilnarkose bei der Brachytherapie bei Patienten mit Prostatakrebs zu eignen. Im Vergleich zu den anderen Methoden verkürzte die Hypnosedierung die gesamte Behandlungsdauer und die Anzahl an benötigten Medikamenten. Außerdem waren die Patienten, die sich der Hypnosedierung unterzogen, in den allermeisten Fällen zufrieden mit dieser Methode.

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