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Hypofraktionierte Bestrahlung erweist sich bei HER2-positivem Brustkrebs als sicher und effektiv

Original Titel:
The efficacy and safety of hypofractionated radiotherapy with concurrent anti-HER-2 therapy following breast-conserving therapy for breast cancer

Kurz & fundiert

  • In der aktuellen Leitlinie zur Behandlung von Brustkrebs wird empfohlen, dass bei Brustkrebspatientinnen mit brusterhaltender Operation (bei denen keine Bestrahlung der Lymphabflusswege geplant ist), die Hypofraktionierung angewandt wird
  • Die Hypofraktionierung ist eine verkürzte, höher dosierte Bestrahlung
  • Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs können gemäß neuen Daten aus den USA sicher und effektiv mit Hypofraktionierung gemeinsam mit gegen den HER2-gerichteten Therapien behandelt werden

 

DGPViele Brustkrebspatientinnen mit brusterhaltender Operation erhalten heutzutage ein hypofraktionierte, sprich höherdosierte, Bestrahlung. Wissenschaftler aus den USA zeigten nun, dass Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs sicher und effektiv mit Hypofraktionierung gemeinsam mit gegen den HER2-gerichteten Therapien behandelt werden konnten.


Nach einer brusterhaltenden Operation erhalten Brustkrebspatientinnen standardmäßig eine Strahlentherapie. Die konventionelle Strahlentherapie dauert in der Regel sechs bis sieben Wochen. Mit einer neuen Form der Strahlentherapie, der Hypofraktionierung, ist es heute möglich, die Gesamtbehandlungszeit deutlich zu verkürzen. Dies gelingt, weil bei der Hypofraktionierung eine höhere Strahlendosis eingesetzt wird.

Wissenschaftler aus Pennsylvania in den USA untersuchten nun, ob eine hypofraktionierte Bestrahlung der gesamten Brust bei Frauen mit HER2-positiven Brustkrebs, die gleichzeitig mit Trastuzumab oder Trastuzumab plus Pertuzumab behandelt werden, sicher und effektiv ist.

Die Wissenschaftler schlossen alle Patientinnen in ihre Studie ein, die zwischen Januar 2005 und Mai 2018 aufgrund von HER2-positivem Brustkrebs (Stadium I bis III) an der Universität von Pennsylvania eine Behandlung erhielten. Neben Trastuzumab bzw. Trastuzumab/Pertuzumab und der hypofraktionierten Bestrahlungen der gesamten Brust wurde bei einigen Patientinnen zusätzlich eine hochdosierte Bestrahlung im operierten Gebiet vorgenommen, eine sogenannte Boost-Bestrahlung.

Stark ausgeprägte Nebenwirkungen traten nur bei einer Patientin auf

Die insgesamt 80 eingeschlossenen Patientinnen wurden im Schnitt 21,44 Monate beobachtet. Nur bei einer Patientin wurde eine stark ausgeprägte chronische Erschöpfung beobachtet. 91 % bzw. 25 % der Patientinnen litten an akuten oder später auftretenden Hautreaktionen in milder bzw. moderater Ausprägung. Das kosmetische Resultat wurde von Patientinnen und Ärzten als gut bis exzellent bezeichnet.

Bei keiner der Patientinnen kehrte der Krebs zurück. Nur eine der Patientinnen verstarb aufgrund einer anderen Ursache.

Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass Brustkrebspatientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs (Stadium I bis III) nach einer brusterhaltenden Operation sicher und effektiv mithilfe von Trastuzumab bzw. Trastuzumab/Pertuzumab in Kombination mit Hypofraktionierung und ggf. zusätzlicher Booster-Bestrahlung behandelt werden können.

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