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Prostatakrebs

Metastasierter Prostatakrebs: Enzalutamid schon vor der Kastrationsresistenz?

Original Titel:
Enzalutamide with Standard First-Line Therapy in Metastatic Prostate Cancer

DGP – Bei einem metastasierten Prostatakrebs wird meist zunächst die klassische Hormontherapie angewandt und erst wenn diese scheitert, wird auf Enzalutamid, ein Wirkstoff der neuartigen Hormontherapie, zurückgegriffen. Ein internationales Forscherteam stellte jedoch in der vorliegenden Studie fest, dass Betroffene davon profitieren konnten, wenn sie bereits während der klassischen Hormontherapie Enzalutamid bekamen.


Bei einem metastasierten Prostatakrebs – also ein Prostatakrebs, der sich bereits in weiter entfernt liegende Körperregionen ausgebreitet hat – wird eine Therapie gestartet, die auf den gesamten Körper wirkt. In der Regel wird zunächst die klassische Hormontherapie gestartet. Wird diese wirkungslos, wird der Prostatakrebs als kastrationsresistent bezeichnet. In diesem Fall kann eine Chemotherapie oder eine neuartige Hormontherapie zum Einsatz kommen. Ein Wirkstoff einer solchen Therapie ist Enzalutamid. Ein großes internationales Forscherteam untersuchte nun, ob Patienten mit einem metastierten Prostatakrebs schon früher von Enzalutamid profitieren können, also noch vor dem Scheitern der klassischen Hormontherapie (wenn der Krebs noch nicht kastrationsresistent, sondern hormonsensitiv ist).

Enzalutamid vs. anderer nicht-steroidaler Androgenrezeptorhemmer zusätzlich zur Testosteron-Suppression beim metastasierten Prostatakrebs

An der Studie nahmen 1125 Männer mit einem metastasierten Prostatakrebs teil. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Während die eine Gruppe zusätzlich zur Testosteron-Suppression Enzalutamid bekam, erhielt die andere Gruppe zusätzlich andere nicht-steroidale Androgenrezeptorhemmer (Standardbehandlung). Die Hälfte der Patienten wurde länger als 34 Monate lang begleitet. Die Wissenschaftler protokollierten, ob sich die beiden Behandlungsgruppen im allgemeinen Überleben, im Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung und im Auftreten von unerwünschten Ereignissen unterschieden.

Bessere Überlebensrate bei zusätzlichem Enzalutamid

Bei dem Vergleich der beiden Behandlungsgruppen fiel auf, dass die Patienten, die Enzalutamid bekamen, im Vergleich zu den Patienten mit der Standardbehandlung ein geringeres Sterberisiko aufwiesen. Berechnungen zufolge lag die 3-Jahres-Überlebensrate bei den Patienten mit Enzalutamid bei 80 %, während diese bei Patienten mit der Standardbehandlung bei 72 % lag. Und auch bezüglich des Überlebens ohne Fortschreiten der Erkrankung hatten die Patienten, die Enzalutamid bekamen, einen Vorteil. So stieg beispielsweise bei 174 Patienten mit Enzalutamid der PSA (prostataspezifisches Antigen)-Wert weiter an, während dies bei 333 Patienten mit Standardbehandlung der Fall war.

Mehr unerwünschte Ereignisse unter Enzalutamid

Was den Abbruch der Therapie aufgrund von unerwünschten Ereignissen anging, so war dieser bei der Verwendung von Enzalutamid häufiger (Enzalutamid: 33 Fälle vs. Standardbehandlung: 14 Fälle). Auch starke Erschöpfung, die sogenannte Fatigue, trat unter Enzalutamid häufiger auf als unter der Standardbehandlung.

Männer mit einem metastasierten Prostatakrebs, der noch hormonsensitiv ist (also noch auf die klassische Hormontherapie anspricht), profitierten somit davon, wenn sie zusätzlich zu der Testosteron-Suppression Enzalutamid bekamen. Dies äußerte sich in einem besseren Überleben und einem längeren Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung im Vergleich zu der Standardbehandlung. Andererseits traten unter Enzalutamid häufiger unerwünschte Ereignisse auf. Weiterer Untersuchungen müssen nun zeigen, ob Enzalutamid bereits zu Beginn der Therapie eines metastasierten Prostatakrebses eingesetzt werden sollte, statt erst dann, wenn der Krebs kastrationsresistent geworden ist – wie es momentan der Fall ist.

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