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Neratinib-assoziierter Durchfall bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs

Original Titel:
Patterns of occurrence and implications of neratinib-associated diarrhea in patients with HER2-positive breast cancer: analyses from the randomized phase III ExteNET trial

Kurz & fundiert

  • Neratinib ist für die Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs zugelassen
  • Die häufigste Nebenwirkung ist Durchfall
  • Die im Folgenden präsentierten Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Durchfall-Prophylaxe für mit Neratinib behandelte Brustkrebspatientinnen ratsam ist

 

DGP Wissenschaftler untersuchten Frauen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs, die in der ExteNET-Studie ohne Durchfall-Prophylaxe mit Neratinib behandelt wurden. Die Studienergebnisse zeigten, dass Durchfall häufig auftrat, aber nur selten lang andauerte oder schwer verlief.


Neratinib ist ein Tyrosinkinase-Hemmer, der sich gegen den HER2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2) richtet. Er wird zur Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mit Trastuzumab therapiert wurden, eingesetzt. Die häufigste Nebenwirkung ist Durchfall. Wissenschaftler analysierten das Auftreten von Durchfall bei mit Neratinib behandelten Patientinnen nun genauer. Die Wissenschaftler griffen dazu auf die Daten der ExteNET-Studie (Extended Adjuvant Treatment of Breast Cancer with Neratinib) zurück. Dabei handelt es sich um eine multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie, die in 40 Ländern stattfand.

Frauen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs, die zuvor gemäß gängigem Standard und mit Trastuzumab behandelt wurden, erhielten für 12 Monate lang entweder täglich 240 mg Neratinib oder Placebo. Die Wissenschaftler erfassten in ihrer Studie die Nebenwirkungen der Behandlung sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Die Brustkrebspatientinnen hatten im Rahmen der Studienteilnahme keine Durchfall-Prophylaxe erhalten.

Häufiger Durchfall, aber nur selten langanhaltend oder schwer

Die Auswertung zu den Nebenwirkungen konnte für 2816 Frauen vorgenommen werden. Durchfall Grad 3 und 4 trat bei 561 (39,8 %) bzw. 1 (0,1 %) der Patientinnen unter Neratinib-Behandlung verglichen mit 23 (1,6 %) und 0 Frauen unter Placebo-Gabe auf.

Die Wissenschaftler sahen, dass sich die Durchfallbeschwerden bei einigen Patientinnen der Neratinib-Gruppe im Zeitverlauf besserten. Die mediane kumulative Dauer, die die Frauen mit Durchfall Grad 3 oder 4 verbrachten, betrug 5 Tage (Interquartilbereich: 2 bis 9 Tage).

Schwere Durchfallereignisse (n = 22, 1,6 %) und Durchfallereignisse, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten (n = 20, 1,4 %) traten unter der Neratinib-Behandlung selten auf.

Keine messbaren Verschlechterungen der Lebensqualität durch die Nebenwirkung Durchfall

Die Wissenschaftler erfassten, ob sich die Lebensqualität der Frauen durch den Durchfall verschlechterte. Es zeigte sich, dass die beobachteten Veränderungen in der Lebensqualität nicht die Schwellenwerte für klinisch bedeutsame Veränderungen erreichten.

Diese Studienergebnisse verdeutlichen, dass Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs, die mit Neratinib behandelt wurden, häufig unter Durchfall litten. Schwere Verläufe waren selten und der Durchfall schwächte sich häufig im Zeitverlauf ab. Eine frühe Durchfall-Prophylaxe ist anzuraten.

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