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Prostatakrebs

Prostatakrebs: PSA-Dichte hilft beim Einschätzen des Risikos

Original Titel:
The role of prostate-specific antigen density in men with low-risk prostate cancer suitable for active surveillance: results of a prospective observational study

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler ordneten Prostatakrebs-Patienten verschiedenen Risikoklassen zu – und zwar sowohl nach der Biopsie als auch nach der Entfernung der Prostata
  • 52,4 % der Patienten wurden nach der Operation einer anderen Risikogruppe zugewiesen
  • Bei 46,8 % der Patienten erfolgte nach der Operation ein Upgrading
  • Die PSA-Dichte stand sowohl mit dem Wechsel der Risikogruppe als auch mit dem Upgrading im Zusammenhang

 

DGP – Oftmals stellte sich nach der Operation heraus, dass der Prostatakrebs doch aggressiver und das Risiko, welches von ihm ausging, doch größer war als zuvor angenommen. Diese Erkenntnis ist vor allem für die Patienten von Bedeutung, die sich für das aktive Beobachten entscheiden, weil ihr Prostatakrebs als Niedrig-Risiko-Prostatakrebs eingestuft wurde. Die PSA-Dichte könnte dabei helfen, zu erkennen, welche Patienten wider Erwarten doch ein höheres Risiko haben, als mit den klassischen Methoden ermittelt wurde.


Wenn der Prostatakrebs als Niedrig-Risiko-Prostatakrebs eingestuft wird, besteht die Möglichkeit, diesen aktiv zu beobachten, statt ihn direkt zu behandeln. Viele Patienten, die sich für dieses Vorgehen entschieden haben, benötigen im Laufe der Zeit dennoch eine Behandlung. Das wirft die Frage auf, ob sich die derzeitige Einteilung in Risikogruppen wirklich dazu eignet, Patienten, die sich für das aktive Beobachten eignen, zu identifizieren. Wissenschaftler aus Italien hatten den Verdacht, dass die PSA-Dichte wertvolle zusätzliche Informationen liefert, so dass das Risiko besser eingeschätzt werden kann. Diesem Verdacht gingen sie in einer prospektiven Beobachtungsstudie nach.

Das Risiko, welches vom Prostatakrebs ausging, wurde sowohl auf Grundlage der Biopsie als auch auf Grundlage der Operation bestimmt

Die Wissenschaftler sammelten Daten von 746 Männern, die sich einer Prostatabiopsie unterzogen und einen PSA-Wert von weniger als 20 ng/ml hatten. 320 Patienten erhielten nach der Biopsie die Diagnose Prostatakrebs. In die weitere Analyse wurden die 252 Patienten einbezogen, die sich für eine operative Entfernung der Prostata entschieden hatten. Diese Patienten wurden vor der Operation auf Grundlage der Gewebeproben in verschiedene Risikoklassen eingeteilt (nach d’Amico). Nach der Operation erfolgte eine neue Einteilung auf Grundlage des operativ entfernten Gewebes.

Viele Patienten wurden nach der OP einer anderen Risikogruppe zugewiesen

Laut Biopsie-Ergebnis wies die Mehrheit der Patienten (66,7 %) ein mittleres Risiko auf. 20,6 % der Patienten gehörten hingegen der Niedrigrisiko-Gruppe und 12,7 % der Hochrisiko-Gruppe an. Bedenklich war, dass 52,4 % der Patienten nach der Operation einer anderen Risikogruppe zugeordnet wurden und dass bei 46,8 % der Patienten ein Upgrading des Prostatakrebses erfolgte. Somit war fraglich, ob sich die Biopsie-Ergebnisse dazu eigneten, das Risiko, welches vom Prostatakrebs ausgeht, richtig einzuschätzen. Mit Hilfe statistischer Analysen stellten die Wissenschaftler fest, dass die PSA-Dichte mit dem Wechsel der Risikogruppe und mit dem Upgrading bei einem Niedrig-Risiko-Prostatakrebs zusammenhing.

Nach der Operation stellte sich somit oftmals heraus, dass das Risiko, welches vom Prostatakrebs ausging, doch größer war als zuvor angenommen. Die PSA-Dichte könnte dabei helfen, dieses besser einzuschätzen. Somit könnte dieser Wert einen wichtigen Beitrag zur Identifizierung der Patienten, die wirklich für die aktive Beobachtung in Frage kommen, leisten.

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