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Prostatakrebs

PSA-Wert mit Ende 50 hilft beim Einschätzen des Prostatakrebs-Risikos

Original Titel:
Association of Baseline Prostate-Specific Antigen Level With Long-term Diagnosis of Clinically Significant Prostate Cancer Among Patients Aged 55 to 60 Years: A Secondary Analysis of a Cohort in the Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial

 

Kurz & fundiert

  • Mehr als 10 000 Männer ließen im Alter zwischen 55 und 60 Jahren ihren PSA-Wert bestimmen
  • Ihr Risiko, innerhalb von 13 Jahren an einem klinisch signifikanten Prostatakrebs zu erkranken, war abhängig von ihren PSA-Werten mit Ende 50
  • Patienten, die mit Ende 50 einen PSA-Wert von weniger als 2,00 ng/ml aufwiesen, hatten ein relativ geringes Langzeitrisiko für einen klinisch signifikanten Prostatakrebs und bräuchten daher die Messung vermutlich weniger häufig zu wiederholen.

 

DGP – Wie groß ist das Risiko, an einem klinisch signifikanten Prostatakrebs zu erkranken, und wie häufig sollte ein PSA-Test durchgeführt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die vorliegende Studie. Die Wissenschaftler stellten fest, dass der PSA-Wert im Alter von 55 bis 60 Jahren dabei helfen kann, das Langzeitrisiko für Prostatakrebs einzuschätzen. Männer, die in diesem Alter einen PSA-Wert von unter 2 ng/ml aufwiesen hatten ein relativ geringes Risiko und müssten daher vermutlich den PAS-Test weniger häufig wiederholen.


Der PSA-Wert ist für die Früherkennung von Prostatakrebs umstritten. Da der PSA-Test sehr sensitiv ist, wird oftmals auch ein Prostatakrebs diagnostiziert und eventuell auch behandelt, der dem Patienten niemals Probleme bereitet hätte. Diese Überdiagnosen und Übertherapien sind kritisch zu sehen, dennoch hat der PSA-Wert für die Früherkennung seine Berechtigung. Wichtig ist, einen Weg zu finden, der den Spagat zwischen lebensrettender Früherkennung und Überdiagnose meistert. Wer sollte wie oft getestet werden? Bei wem lohnen sich regelmäßige PSA-Tests und wer kann vermutlich darauf verzichten? Diese Fragen stellten sich Wissenschaftler aus den USA, England und Schweden und führten eine entsprechende Studie durch.

Mehr als 10 000 Männer ließen im Alter zwischen 55 und 60 Jahren ihren PSA-Wert bestimmen

Die Wissenschaftler führten eine Sekundäranalyse durch. Dafür nutzen sie die Daten des Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial. Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen einem einmaligen PSA-Wert, der bei Männern zwischen 55 und 60 Jahren ermittelt wurde, und dem Langzeitrisiko, an einem klinisch signifikanten Prostatakrebs zu erkranken. Als klinisch signifikant galt der Prostatakrebs dann, wenn das klinische Stadium bei cT2b oder höher lag, wenn der Gleason-Score bei der Biopsie als 7 oder höher eingestuft wurde oder wenn der Patient an Prostatakrebs starb. Bei Patienten, die sich die Prostata entfernen ließen, galt der Prostatakrebs als klinisch signifikant, wenn das pathologische Stadium bei pT3 oder höher lag, der pathologische Gleason-Score mindestens 7 betrug oder Lymphknoten befallen waren. Den Wissenschaftlern standen die Daten von insgesamt 10 968 Männer zur Verfügung, die im Alter zwischen 55 und 60 Jahren (Median: 57 Jahre) ihren PSA-Wert bestimmen ließen.

Je höher der PSA-Wert, desto höher war das Langzeitrisiko für einen klinisch signifikanten Prostatakrebs

Die Wissenschaftler teilten die Patienten je nach ihrem gemessenen PSA-Wert (im Alter zwischen 55 und 60 Jahren) in verschiedene Gruppen ein. Die verschiedenen Patientengruppen wiesen ein unterschiedlich hohes Risiko auf, innerhalb von 13 Jahren an einem klinisch signifikanten Prostatakrebs zu erkranken:

  • PSA ≤ 0,49 ng/ml: 0,4 % (95 % CI: 0-0,8 %)
  • PSA zwischen 0,50 und 0,99 ng/ml: 1,5 % (95 % CI: 1,1-1,9 %)
  • PSA zwischen 1,00 und 1,99 ng/ml: 5,4 % (95 % CI: 4,4-6,4 %)
  • PSA zwischen 2,00 und 2,99 ng/ml: 10,6 % (95 % CI: 8,3-12,9 %)
  • PSA zwischen 3,00 und 3,99 ng/ml: 15,3 % (95 % CI: 11,4-19,2 %)
  • PSA ≥ 4,00 ng/ml: 29,5 % (95 % CI: 24,2-34,8 %)

Während der 13-jährigen Nachbeobachtungszeit verstarben nur 15 Männer an Prostatakrebs. Die meisten von ihnen (9 Männer, 60 %) hatten im Alter zwischen 55 und 60 Jahren einen PSA-Wert von 2,00 ng/ml oder höher.

Der PSA-Wert, den die Männer im Alter zwischen 55 und 60 Jahren aufwiesen, stand somit im Zusammenhang mit dem Langzeitrisiko, an einen klinisch signifikanten Prostatakrebs zu erkranken. Die Autoren der Studie schlussfolgerten aus diesen Ergebnissen, dass Männer, die mit Ende 50 einen PSA-Wert von weniger als 2,00 ng/ml hatten, den PSA-Test weniger häufig wiederholen müssen, da ihr Risiko für einen klinisch signifikanten Prostatakrebs gering ist. Patienten, die mit Ende 50 einen PSA-Wert von weniger als 1,00 ng/ml aufwiesen, könnten den Autoren zufolge vermutlich komplett auf weitere PSA-Messungen verzichten. Wobei hier erwähnt werden muss, dass in diesem Fall ein klinisch signifikanter Prostatakrebs zwar sehr selten war, jedoch nicht komplett ausgeschlossen werden konnte.

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