Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen

Sporteffekte auf die Lebensqualität und klinisch-motorische Symptome bei Multipler Sklerose

Original Titel:
Exercise Effects on Multiple Sclerosis Quality of Life and Clinical-Motor Symptoms

DGP – Welche Sporttherapie kann klinische und Bewegungssymptome bei Multipler Sklerose positiv beeinflussen? Dazu untersuchten Forscher nun verschiedene Methoden mit parallelen Patientengruppen. Zusammenfassend bewirkten besonders Balancetraining, Radfahren und vor allem aber Exergames klinische und motorische Symptomverbesserungen und verbesserten die Lebensqualität der Menschen mit MS.


Verschiedene Therapien können klinische und Bewegungssymptome bei Multipler Sklerose positiv beeinflussen. Welche Rolle dabei aber verschiedene Sporttherapien spielen könnten, ist bislang nicht gut untersucht. Forscher verglichen daher nun die Effekte von sogenanntem Exergaming (EXE), also Computerspiele, die sportliches Bewegungsverhalten verlangen, Balance/Gleichgewichtstraining (BAL), Fahrradfahren (RAD) und propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF) mit einer Kontrollgruppe, die zur Standardbehandlung auf einer Warteliste (KON) stand. Der Fokus untersuchter Auswirkungen der jeweiligen Methoden lag auf klinischen und Bewegungssymptomen sowie der Lebensqualität.

Vergleich mehrerer Trainingsmethoden zur Besserung von Symptomen der MS

68 Menschen mit Multipler Sklerose (90 % Frauen; durchschnittliches Alter 47,0 Jahre) mit mittlerem EDSS-Score (expanded disability status scale) von 5-6 wurden zufällig in 5 Gruppen aufgeteilt. Vor und nach den Interventionen, die fünfmal pro Woche über fünf Wochen durchgeführt wurden, wurden klinische und motorische Symptome mit Bezug zu Multipler Sklerose bei den Teilnehmern getestet:

  • Beeinträchtigung durch die MS (multiple sclerosis impact scale-29, MSIS-29)
  • Lebensqualität (EuroQol Five Dimensions Questionnaire)
  • Depressive Symptome
  • Gang und Gleichgewichtsfähigkeit (Tinetti assessment tool)
  • Statisches und dynamisches Gleichgewicht und Sturzrisiko (Berg Balanceskala)
  • Gehkapazität (6-min Gehtest)
  • Körperhaltung im Stand auf einer Posturographie-Platte

Messung der Beeinträchtigung durch MS, der Lebensqualität sowie Stand und Gehvermögen

EXE, BAL und RAD verbesserten die Beeinträchtigung durch die MS (MSIS-29) vergleichbar. EXE und RAD verbesserten die Lebensqualität und Gehkapazität vergleichbar, aber mehr als BAL. Nur EXE verbesserte Gang- und Gleichgewichtsmesswerte (Tinetti Assessment Tool). EXE und BAL verbesserten das Sturzrisiko und das Standgleichgewicht ähnlich gut, aber mehr als RAD. PNF und KON bewirkten keine messbaren Veränderungen. Die Lebensqualität-Einschätzungen beeinflussten die Sporteffekte auf die Beeinträchtigung durch die MS (MSIS-29-Score), allerdings nur bei den Exergames (EXE). Verbesserungen der Lebensqualität und Änderungen im Beeinträchtigungsgrad (MSIS-29) korrelierten (mit R = 0,73) bei den Trainingsgruppen, die Exergames nutzten.

Balancetraining, Radfahren und Exergames vielseitig effektiv

Zusammenfassend bewirkten besonders Balancetraining (BAL) und Radfahren (RAD), vor allem aber Exergames (EXE) klinische und motorische Symptomverbesserungen und verbesserten die Lebensqualität der Menschen mit MS. Die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF) schien im Vergleich wenig zu erreichen. Die Studie erweitert so das Wissen um mögliche Sportmethoden zur Besserung motorischer Einschränkungen bei der MS.

© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal.de