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COPD

Tiotropium erhöht nicht das Herz-Kreislauf-Risiko – Ergebnisse einer Meta-Analyse

Original Titel:
Association of tiotropium use and the risk of adverse cardiovascular events in patients with chronic obstructive pulmonary disease: a meta-analysis of randomized controlled trials

Kurz & fundiert

  • Chinesische Wissenschaftler führten eine Meta-Analyse mit 20 randomisierten, kontrollierten Studien durch
  • Sie stellten fest, dass die Inhalation von Tiotropium weder das Herz-Kreislauf-Risiko noch das allgemeine Sterberisiko noch das Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod erhöhte

 

DGP – Tiotropium, welches zur Behandlung von COPD eingesetzt wird, erhöhte nicht das Risiko für unerwünschte Herz-Kreislauf-Ereignisse. Zu diesem Ergebnis kamen chinesische Wissenschaftler in der vorliegenden Meta-Analyse, die die Daten von 20 randomisierten, kontrollierten Studien einschloss.


Tiotropium ist ein langwirksamer Muskarinrezeptor-Antagonist (LAMA). Genauso wie langwirksame Beta-2-Agonisten (LABA) haben die LAMA eine bronchienerweiternde Wirkung. Tiotropium wird für die Behandlung von COPD eingesetzt. Ziel ist es, die Häufigkeit, die Dauer und die Schwere von Exazerbationen zu reduzieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Neben den erfolgsversprechenden Ergebnissen von Tiotropium gab es Hinweise darauf, dass der Wirkstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen erhöhen könnte. Die Daten diesbezüglich sind jedoch widersprüchlich. Wissenschaftler aus China verschafften sich nun mit einer Meta-Analyse einen Überblick über die derzeitige Datenlage zu dieser Thematik, indem sie die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenfassend analysierten.

Wissenschaftler führten eine Meta-Analyse mit 20 Studien durch

Die Wissenschaftler suchten in internationalen Datenbanken (PubMed, EMBASE, Cochrane Library und Clinical Trials.gov) nach Studien, die sich mit Tiotropium und dem Herz-Kreislauf-Risiko befasst haben. Für ihre zusammenfassende Analyse griffen die Wissenschaftler nur auf randomisierte, kontrollierte Studien zurück, bei denen die Inhalation von Tiotropium mit einer nicht-anticholinergen Behandlung von COPD verglichen wurde. Ein Kriterium, das die Studie erfüllen musste, um in die Analyse mit einfließen zu können, war, dass sie von unerwünschten Ereignissen und speziell von unerwünschten Herz-Kreislauf-Ereignissen berichtete. Die Wissenschaftler fanden 20 Studien, die ihre Kriterien erfüllten und die sie in ihren Analysen einbezogen. Die Studien beinhalteten die Daten von insgesamt 27 699 COPD-Patienten.

Tiotropium erhöhte nicht das Herz-Kreislauf-Risiko

Bei ihrer Analyse kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass eine Behandlung mit Tiotropium nicht das Risiko für unerwünschte Herz-Kreislauf-Ereignisse erhöhte (Peto OR: 0,97, 95 % CI: 0,84-1,12). Auch das allgemeine Sterberisiko und das Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod (Peto OR: 1,58, 95 % CI: 0,92-2,74) wurden durch Tiotropium nicht signifikant erhöht. Das galt auch, wenn Tiotropium nur mit LABA (langwirksamen Beta-2-Agonisten) oder nur mit Placebo verglichen wurde. Des Weiteren fanden die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen der Dauer der Tiotropium-Anwendung und dem Herz-Kreislauf-Risiko.

Die Inhalation von Tiotropium erhöhte laut der vorliegenden Meta-Analyse somit für COPD-Patienten weder das Risiko für unerwünschte Herz-Kreislauf-Ereignisse noch das Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod.

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