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Prostatakrebs

Prostatakrebs: Hormontherapie erhöht das Risiko für einen akuten Harnverhalt

Original Titel:
Subsequent risk of acute urinary retention and androgen deprivation therapy in patients with prostate cancer: A population-based retrospective cohort study

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler teilten Prostatakrebs-Patienten je nachdem, ob sie eine Hormontherapie bekamen oder nicht, in zwei verschiedene Gruppen ein
  • Patienten, die sich einer Hormontherapie unterzogen, hatten ein größeres Risiko für einen akuten Harnverhalt als Patienten, die keine Hormontherapie bekamen.

 

DGP – Erhöht die Hormontherapie das Risiko für einen akuten Harnverhalt? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler in der vorliegenden Studie. Bei einem Vergleich der verschiedenen Patientengruppen kamen sie zu dem Ergebnis, dass Patienten, die eine Hormontherapie bekamen, häufiger von einem akuten Harnverhalt betroffen waren als Patienten ohne Hormontherapie.


Der akute Harnverhalt ist ein medizinischer Notfall, da der Betroffene die Blase plötzlich nicht mehr entleeren kann. Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten, ob ein akuter Harnverhalt bei Prostatakrebs-Patienten häufiger auftrat, wenn sie eine Hormontherapie bekamen.

Wissenschaftler verglichen Prostatakrebs-Patienten mit und ohne Hormontherapie

Die Wissenschaftler sammelten Daten von Männern mit neu diagnostiziertem Prostatakrebs. Je nachdem, ob sich die Patienten einer Hormontherapie unterzogen oder nicht, teilten die Wissenschaftler sie in zwei verschiedene, gleich große Gruppen ein (je 5574 Patienten). Die Patienten wurden 12 Jahre lang begleitet.

Patienten mit Hormontherapie litten häufiger unter einem akuten Harnverhalt

Den Wissenschaftlern fiel auf, dass Patienten, die sich einer Hormontherapie unterzogen, häufiger von einem akuten Harnverhalt betroffen waren als Patienten ohne Hormontherapie (12,49 Fälle pro 1000 Personenjahre vs. 9,86 Fälle pro 1000 Personenjahre). Statistischen Berechnungen zufolge hatten Patienten mit Hormontherapie ein 1,21-mal so hohes Risiko für einen akuten Harnverhalt wie Patienten ohne Hormontherapie.

Die Hormontherapie schien somit bei Prostatakrebs-Patienten das Risiko für einen akuten Harnverhalt zu erhöhen. Dieses erhöhte Risiko sollte bei der Betreuung der Patienten berücksichtigt werden.

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