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Brustkrebs

Tamoxifen schützt vor Metastasen

Original Titel:
Assessment of Long-term Distant Recurrence-Free Survival Associated With Tamoxifen Therapy in Postmenopausal Patients With Luminal A or Luminal B Breast Cancer

DGPWissenschaftler untersuchten, ob und wenn ja, wie lange eine Antihormontherapie mit Tamoxifen Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs (Luminal A-Tumor und Luminal B-Tumor) vor einer Rückkehr der Krebserkrankung mit Fernmetastasen schützt. Sie zeigten, dass eine Tamoxifen-Therapie im Vergleich zu keiner Antihormontherapie die Entstehung von Fernmetastasen minderte; Frauen mit Luminal A-Tumor profitierten länger von der Tamoxifen-Behandlung als Frauen mit Luminal B-Tumor.


Es gibt viele verschiedene Formen von Brustkrebs. Bei zahlreichen Patientinnen wächst der Tumor in Abhängigkeit von weiblichen Geschlechtshormonen. Diesen Brustkrebs bezeichnet man als hormonabhängigen Brustkrebs. Viele Frauen, die an hormonabhängigem Brustkrebs leiden, erhalten im Anschluss an die Operation, bei der ihr Brustkrebs operativ entfernt wird, eine Antihormontherapie. Diese hat zum Ziel, eine Rückkehr der Erkrankung zu verhindern. Bei hormonabhängigem Brustkrebs entscheidet man zwischen den beiden Formen Luminal A-Typ und Luminal B-Typ. Beim Luminal A-Typ weisen die Krebszellen eine langsame Wachstumsgeschwindigkeit auf, beim Luminal B-Typ hingegen eine schnelle. Beim Luminal B-Typ wird weiter unterschieden, ob die Patienten zusätzlich zu den Hormonrezeptoren auch Rezeptoren vom Typ HER2 auf ihren Krebszellen aufweisen. Ist dies der Fall, bezeichnet man den Krebs der Frauen als HER2-positiv. Wenn keine HER2-Rezeptoren auffindbar sind, ist der Krebs hingegen HER2-negativ.

Studie untersuchte, ob eine Tamoxifen-Behandlung langfristig vor Fernmetastasen schützt

In einer Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus Schweden und den USA untersuchten diese nun, inwiefern eine Antihormontherapie mit Tamoxifen bei Frauen mit Brustkrebs vom Typ Luminal A und Luminal B dazu beiträgt, dass die Patientinnen von einem Rückfall der Erkrankung mit Fernmetastasen (Absiedlungen von Krebszellen in weit entfernt liegende Körperorgane oder Gewebe) verschont bleiben. Die Wissenschaftler griffen dazu auf Daten einer Studie zurück, die von 1976 bis 1990 in Stockholm durchgeführt wurde. In dieser Studie, die Patientinnen mit Brustkrebs vom Typ Luminal A und B einschloss, wurden die Patientinnen zufällig einer Behandlung mit Tamoxifen oder aber keiner Antihormontherapie zugeteilt. Nach 2 Jahren wurden die Patientinnen, bei denen kein Rückfall der Erkrankung zu verzeichnen war, entweder weitere 3 Jahre mit Tamoxifen behandelt oder sie erhielten weiter keine Antihormontherapie.

Die Tamoxifen-Gruppe umschloss 183 Patientinnen mit Luminal A-Tumor und 64 Patientinnen mit Luminal B-Tumor. In der Kontrollgruppe ohne Antihormontherapie befanden sich 153 Patientinnen mit Luminal A-Tumor und 62 Patientinnen mit Luminal B-Tumor.

Patientinnen in der Tamoxifen-Gruppe waren nach 25 Jahren häufiger frei von Fernmetastasen

Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Frauen aus den beiden Behandlungsgruppen im Hinblick auf die Entwicklung von Fernmetastasen unterschieden. In der Tamoxifen-Gruppe waren nach 25 Jahren 87 % der Frauen mit Luminal A-Tumor frei von Fernmetastasen und 67 % der Frauen mit Luminal B-Tumor. In der Kontrollgruppe ohne Antihormontherapie waren hingegen nur 70 % der Frauen mit Luminal A-Tumor frei von Fernmetastasen und 54 % der Frauen mit Luminal B-Tumor.

Weitere Analysen zeigten, dass die Patientinnen mit Luminal A-Tumor 15 Jahre lang von der Antihormontherapie mit Tamoxifen profitieren, während es bei den Frauen mit Luminal B-Tumor nur 5 Jahre waren.

Durch die Tamoxifen-Behandlung kommt das Risiko für eine Rückkehr der Krebserkrankung mit Fernmetastasen gesenkt werden – dies galt für Patientinnen mit Krebs vom Luminal A-Typ als auch für Frauen mit Krebs vom Luminal B-Typ. Der schützende Effekt hielt länger an, wenn die Frauen an einem Luminal A-Tumor litten.

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