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COPD

Gezielte Lungendenervierung reduziert Krankenhausaufenthalte aufgrund von COPD-Exazerbationen

Original Titel:
Safety and Adverse Events after Targeted Lung Denervation for Symptomatic Moderate to Severe Chronic Obstructive Pulmonary Disease (AIRFLOW). A Multicenter Randomized Controlled Clinical Trial

Kurz & fundiert

  • 41 Patienten unterzogen sich einer gezielten Lungendenervierung, während 41 Patienten stattdessen eine Scheinbehandlung bekamen
  • Die Patienten mit der gezielten Lungendenervierung hatten ein geringeres Risiko, aufgrund von einer Exazerbation ins Krankenhaus zu müssen
  • Außerdem waren die Patienten 3 bis 6,5 Monate nach der gezielten Lungendenervierung seltener von respiratorischen Komplikationen betroffen

 

DGP – Bestimmte Nerven dauerhaft stillzulegen, ist das Prinzip hinter der gezielten Lungendenervierung. Die Sicherheit und Wirksamkeit dieses Verfahren muss jedoch noch intensiv untersucht werden. In der vorliegenden Studie unterzogen sich Patienten mit symptomatischer COPD entweder einer gezielten Lungendenervierung oder einer Scheinbehandlung. Der Vergleich zeigte, dass die gezielte Lungendenervierung das Risiko senkte, aufgrund einer Exazerbation ins Krankenhaus zu müssen.


Die gezielte Lungendenervierung ist ein neues bronchoskopisches Verfahren, bei dem Nerven dauerhaft unterbrochen werden, um den Atemwegswiderstand und die vermehrte Schleimsekretion zu verringern. Es handelt sich hierbei um ein neues Verfahren, dessen Wirksamkeit noch weiter überprüft werden muss. Ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung aus Deutschland leistete diesbezüglich einen weiteren Beitrag, indem es eine multizentrische, randomisierte, Schein-Bronchoskopie-kontrollierte Doppelblindstudie durchführte. Sie wollten herausfinden, wie sich eine gezielte Lungendenervierung auf respiratorische Komplikationen auswirkte.

Symptomatische COPD-Patienten bekamen entweder eine gezielte Lungendenervierung oder eine Scheinbehandlung

Wissenschaftler sammelten die Daten von 82 symptomatischen COPD-Patienten (mMRC ≥ 2 oder CAT ≥ 10). 50 % waren Frauen. Das durchschnittliche Alter lag bei 63,7 Jahren. Die Patienten wurden in zwei gleich große Gruppen eingeteilt. Während bei den Patienten der einen Gruppe eine gezielte Lungendenervierung vorgenommen wurde, bekamen die Patienten der anderen Gruppe stattdessen eine Scheinbehandlung. Alle Patienten erhielten zusätzlich eine optimale medikamentöse Behandlung. Sie untersuchten, wie oft es in den verschiedenen Patientengruppen zwischen 3 und 6,5 Monaten nach dem Eingriff zu respiratorischen Komplikationen kam. Zu respiratorischen Komplikationen zählten: COPD-Exazerbation, Tachypnoe, Keuchen, sich verschlimmernde Bronchitis, sich verschlimmernde Atemnot, Influenza, Lungenentzündung, andere Atemwegsinfektionen, Atemversagen und Atemwegseffekte, die einen therapeutischen Eingriff erfordern.

Weniger Krankenhausaufenthalte nach gezielter Lungendenervierung

Der Vergleich der Patientengruppen machte deutlich, dass die Patienten, die eine gezielte Lungendenervierung bekamen, seltener zwischen 3 und 6,5 Monaten nach dem Eingriff unter respiratorische Komplikationen litten als die Patienten mit Scheinbehandlung (32 % vs. 71 %; p = 0,008). Wenn jedoch der Zeitraum direkt nach dem Eingriff bis 12,5 Monate danach betrachtet wurde, konnten diesbezüglich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Patientengruppen festgestellt werden (83 % vs. 90 %; p = 0,52). Das Risiko, innerhalb dieses Zeitraums aufgrund von einer Exazerbation ins Krankenhaus zu müssen, war hingegen bei den Patienten mit der gezielten Lungendenervierung signifikant geringer (12 % vs. 32 %). Bezüglich der Zeit bis zur ersten mittelschweren bis schweren Exazerbation, der von Patienten berichteten Symptomen oder anderer physiologischen Messungen waren keine Unterschiede zwischen den Patientengruppen ersichtlich (während der 12,5-monatigen Nachbeobachtungszeit).

Patienten mit symptomatischer COPD schienen somit von einer gezielten Lungendenervierung profitieren zu können. Dies äußerte sich durch weniger respiratorische Komplikationen (3 bis 6,5 Monate nach dem Eingriff) und weniger Krankenhausaufenthalte aufgrund von Exazerbationen (0 bis 12,5 Monate nach dem Eingriff).

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