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Prostatakrebs

Metastasierter, hormonsensitiver Prostatakrebs: Besser Kombinationstherapie statt alleiniger Hormontherapie

Original Titel:
Indirect Comparisons of Efficacy between Combination Approaches in Metastatic Hormone-sensitive Prostate Cancer: A Systematic Review and Network Meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler fassten die Ergebnisse von sieben randomisierten, kontrollierten Studien zusammen und führten eine Netzwerk-Meta-Analyse durch
  • Sie stellten fest, dass Patienten mit einem metastasierten, hormonsensitiven Prostatakrebs einen Überlebensvorteil hatten, wenn sie zusätzlich zur klassischen Hormontherapie Apalutamid, Abirateronacetat, Enzalutamid oder Docetaxel bekamen
  • Ein frühzeitiger Einsatz der neuartigen Hormontherapie und der Chemotherapie (schon vor der Kastrationsresistenz) schien somit sinnvoll zu sein

 

DGP – Sollte eine Chemotherapie oder neuartige Hormontherapie beim metastasierten Prostatakrebs schon eingesetzt werden, bevor dieser kastrationsresistent ist? Die Ergebnisse dieser Studie sagen: „Ja“. Laut der vorliegenden Studie hatten Patienten mit einem metastasierten, hormonsensitiven Prostatakrebs nämlich einen Überlebensvorteil, wenn sie eine Kombinationstherapie statt einer alleinigen Hormontherapie bekamen.


Bei einem metastasierten Prostatakrebs wird in der Regel eine Hormontherapie angewandt. Es häufen sich jedoch die Hinweise darauf, dass die Betroffenen davon profitieren könnten, wenn zusätzlich zur Hormontherapie Wirkstoffe zum Einsatz kommen, die normalerweise erst dann eingesetzt werden, wenn die Hormontherapie ihre Wirkung verloren hat. Zu diesen Wirkstoffen zählen Docetaxel, Abirateronacetat, Apalutamid und Enzalutamid. Doch welche Kombinationstherapie ist für Patienten mit einem hormonsensitiven, metastasierten Prostatakrebs die Beste? Um der Antwort auf diese Frage ein Stückchen näher zu kommen, führten Wissenschaftler aus Australien ein systematisches Review und eine Netzwerk-Meta-Analyse durch.

Patienten mit einem hormonsensitiven, metastasierten Prostatakrebs bekamen zusätzlich zur Hormontherapie andere Wirkstoffe

Die Wissenschaftler durchsuchten bis Juni 2019 internationale Datenbanken und Zusammenfassungen von großen Konferenzen nach randomisierten, kontrollierten Studien, bei denen die Patienten eine Kombinationstherapie als Erstlinientherapie gegen ihren metastasierten Prostatakrebs bekamen. Sie fanden insgesamt sieben geeignete Studien. In diesen Studien bekamen die Patienten entweder Docetaxel, Abirateronacetat, Enzalutamid oder Apalutamid in Kombination mit der klassischen Hormontherapie. Die Wissenschaftler verglichen das allgemeine Überleben der verschiedenen Patientengruppen.

Die Kombination mit Enzalutamid schien besonders vielversprechend zu sein

Bei der Auswertung der Daten stellten die Wissenschaftler fest, dass jede Kombinationstherapie (egal, ob mit Abirateronacetat, Enzalutamid, Docetaxel oder Apalutamid) der alleinigen klassischen Hormontherapie überlegen war. Am wirksamsten schien die klassische Hormontherapie in Kombination mit Enzalutamid zu sein. Signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Kombinationstherapien wurden jedoch nicht festgestellt.

Patienten mit einem hormonsensitiven, metastasierten Prostatakrebs schienen somit bezüglich des allgemeinen Überlebens davon zu profitieren, wenn sie zusätzlich zur klassischen Hormontherapie weitere Wirkstoffe (Docetaxel, Abirateronacetat, Enzalutamid oder Apalutamid) bekamen.

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