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COPD

Therapie einer stabilen COPD: LAMA vs. LABA

Original Titel:
Treatment with LABA versus LAMA for stable COPD: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Für ihre Meta-Analyse nutzten Wissenschaftler die Daten von 19 randomisierten, kontrollierten Studien
  • Im Vergleich zu LABA traten bei einer Behandlung mit LAMA weniger nicht schwere unerwünschten Ereignisse und Exazerbationen auf
  • Die Lebensqualität und schwere unerwünschte Ereignisse unterschieden sich nicht zwischen LAMA und LABA

 

DGP – Patienten mit einer stabilen COPD könnten von langwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) stärker profitieren als von langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA). Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in der vorliegenden Meta-Analyse.


Für die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kommen in der Regel bronchienerweiternde Wirkstoffe zum Einsatz. Zu diesen Wirkstoffen zählen langwirksame Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) und langwirksame Beta-2-Agonisten (LABA). Diese können allein angewandt oder miteinander kombiniert werden. Doch sind LAMA und LABA bei der Behandlung von COPD gleichwertig oder erzielt die eine Wirkstoffgruppe mehr Erfolge als die andere? Dies untersuchten Wissenschaftler aus Japan in einer Meta-Analyse.

Wissenschaftler verglichen LAMA mit LABA bei Patienten mit COPD

Die Wissenschaftler suchten in internationalen Datenbanen nach geeigneten Studien für ihre Meta-Analyse. Kriterien, die die Studie erfüllen musste, waren, dass es sich um eine randomisierte, kontrollierte Studie handelte, dass die Behandlung mindestens 12 Wochen lang andauerte und dass Exazerbationen, die Lebensqualität, die Lungenfunktion, die Atemnot und unerwünschte Ereignisse untersucht wurden. Unverblindete Daten wurden aus der Analyse ausgeschlossen. Insgesamt fanden die Wissenschaftler 19 geeignete Studien, die die Daten von 28 211 Patienten mit stabiler COPD enthielten.

LAMA schnitt in manchen Bereichen besser ab

Bei der zusammenfassenden Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass LAMA im Vergleich zu LABA das Risiko für Exazerbationen signifikant reduzierten (OR: 0,85; 95 % CI: 0,74-0,98; p=0,02). Was die Lebensqualität und die Atemnot der Patienten anging, konnten die Wissenschaftler keine Unterschiede zwischen den Patienten, die LAMA bekamen, und den Patienten, die stattdessen LABA verwendeten, feststellen. Das galt auch für schwere unerwünschte Ereignisse. Wenn jedoch alle unerwünschten Ereignisse insgesamt betrachtet wurden, so traten diese unter LAMA signifikant seltener auf als unter LABA (OR: 0,92; 95 % CI: 0,86-0,98; p=0,02). Ein weiterer – minimaler, jedoch signifikanter – Unterschied wurde hingegen bei der Lungenfunktion (FEV1) ersichtlich. Diese war unter LAMA höher als unter LABA (durchschnittliche Differenz: 0,02; p=0,0006).

LAMA schienen somit in manchen Bereichen Vorteile gegenüber LABA zu haben. Im Vergleich zu LABA traten bei LAMA weniger nicht schwere, unerwünschte Ereignisse und Exazerbationen auf. Auch bezüglich der Lungenfunktion schnitt LAMA minimal besser ab.

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