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Prostatakrebs

Biochemisches Rezidiv: Vergleich zweier bildgebender Verfahren

Original Titel:
Underestimation of PET/CT Scan in Assessing Tumour Burden of Men With Nodal Recurrence From Prostate Cancer: Head-to-Head Comparison OF 68Ga-PSMA and 11C-Choline in a Large, Multi-Institutional Series of Extended Salvage Lymph Node Dissections

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler verglichen die 68Ga-PSMA PET/CT mit der 11C-Cholin PET/CT zum Einschätzen der Tumorlast bei einem biochemischen Rezidiv nach einer operativen Prostataentfernung
  • Bei PSA-Werten von höchstens 1,5 ng/ml eignete sich 68GA-PSMA besser als 11C-Cholin
  • Bei PSA-Werten von mehr als 1,5 ng/ml waren beide bildgebenden Verfahren gleichwertig

 

DGP – Bei niedrigen PSA-Werten eignet sich 68Ga-PSMA besser, um die Tumorlast bei einem biochemischen Rezidiv einzuschätzen, als 11C-Cholin. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in der vorliegenden Studie. Bei PSA-Werten von mehr als 1,5 ng/ml schienen beide bildgebende Verfahren hingegen gleichwertig zu sein.


Wenn es nach einer Prostatakrebs-Operation zu einem biochemischen Rezidiv kommt, ist es wichtig, die Tumorlast richtig einzuschätzen, um die geeigneten Therapiemaßnahmen ergreifen zu können. Hierbei sollen bildgebende Verfahren helfen. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung aus Deutschland verglich zwei solcher bildgebenden Verfahren miteinander – nämlich die PET/CT mit 11C-Cholin und die PET/CT mit einem 68Ga-PSMA-Liganden.

Patienten mit biochemischem Rezidiv unterzogen sich vor der Salvage-Lymphknotendissektion einer PET/CT

An der Studie nahmen 641 Prostatakrebs-Patienten teil, die nach der operativen Prostataentfernung von einem erneuten PSA-Anstieg und einem Lymphknotenbefall betroffen waren und sich aufgrund dessen einer Salvage-Lymphknotendissektion unterzogen. Lymphknoten wurden mittels PET/CT auf Krebszellen untersucht – entweder unter Verwendung von 11C-Cholin (407 Patienten, 63 %) oder eines 68Ga-PSMA-Liganden (234 Patienten, 37 %). Die Wissenschaftler untersuchten, ob und wie stark die verschiedenen bildgebenden Verfahren die Tumorlast unterschätzten. Um das herauszufinden, verglichen sie die als befallen identifizierten Lymphknoten bei der PET/CT und bei der anschließenden Operation.

Bei niedrigen PSA-Werten eignete sich die 68Ga-PSMA PET/CT besser

Statistische Analysen zeigten, dass mit der 11C-Choline PET/CT die Tumorlast signifikant stärker unterschätzt wurde als bei der 68Ga-PSMA PET/CT. Doch die Wissenschaftler wollten es genauer wissen und teilten die Patienten nach ihren PSA-Werten in verschiedene Gruppen ein. Dabei stellten sie fest, dass mit der 68Ga-PSMA PET/CT die Tumorlast nur dann weniger unterschätzt wurde, wenn die Patienten einen PSA-Wert von höchstens 1,5 ng/ml aufwiesen. Bei Patienten mit einem höheren PSA-Wert (>1,5 ng/ml) gab es diesbezüglich keine Unterschiede zwischen den beiden bildgebenden Verfahren.

Die bildgebenden Verfahren (PET/CT mit 11C-Cholin oder 68Ga-PSMA) unterschätzten die tatsächliche Tumorlast bei Prostatakrebs-Patienten mit biochemischen Rezidiv nach der operativen Entfernung der Prostata. Bei Patienten, die einen PSA-Wert von höchsten 1,5 ng/ml aufwiesen, schnitt die 68Ga-PSMA PET/CT besser ab als die 11C-Cholin PET/CT. Bei höheren PSA-Werten waren beide bildgebenden Verfahren gleichwertig.

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