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Prostatakrebs

Metastasen mit Hilfe der PSMA-PET/CT gezielt bestrahlen

Original Titel:
Clinical outcome of PSMA-guided radiotherapy for patients with oligorecurrent prostate cancer

Kurz & fundiert

  • 86 Patienten mit wiederkehrendem, oligometastasiertem Prostatakrebs unterzogen sich einer PSMA PET/CT-geführten Strahlentherapie
  • Das 3-Jahres-Überleben lag bei 84 %
  • Das 3-Jahres-Überleben ohne biochemische Progression lag bei 55 %

 

DGP – Patienten mit wiederkehrendem, oligometastasiertem Prostatakrebs unterzogen sich einer PSMA PET/CT-geführten Strahlentherapie, bei der die Metastasen gezielt bestrahlt wurden. Die große Mehrheit sprach auf die Behandlung an.


Patienten, bei denen der Prostatakrebs zurückgekehrt ist und die Metastasen aufweisen, erhalten in der Regel eine Hormontherapie. Die PSMA PET/CT eröffnet hier jedoch ganz neue Möglichkeiten. Mit diesem bildgebenden Verfahren ist es möglich, auch kleine Metastasen sichtbar zu machen und auf Grundlage der Bildgebung gezielt zu bestrahlen. Genau das taten Wissenschaftler aus Heidelberg.

Patienten mit wiederkehrendem, oligometastasiertem Prostatakrebs erhielten eine PSMA PET/CT-geführte Bestrahlung

Die Wissenschaftler sammelten zwischen 2011 und 2019 Daten von 86 Patienten mit wiederkehrendem, oligometastasiertem (höchstens 5 Metastasen) Prostatakrebs. Mit Hilfe der PSMA PET/CT untersuchten sie die Lokalisation der Metastasen, die anschließend auf Grundlage der Bildgebung bestrahlt wurden. Die primären Endpunkte der Studie bestanden aus dem allgemeinen Überleben, dem biochemisch progressionsfreien Überleben und dem hormontherapiefreien Überleben.

Am häufigsten waren die Beckenlymphknoten befallen

Bei den Untersuchungen stellten die Wissenschaftler fest, dass 37 % der Metastasen Knochenmetastasen waren, 48 % der Metastasen in den Beckenlymphknoten und 15 % der Metastasen in Lymphknoten außerhalb des Beckens saßen.

Knapp die Hälfte der Patienten blieb drei Jahre lang von einer biochemischen Progression verschont

Die meisten Patienten (83 %) zeigten ein biochemisches Ansprechen drei Monate nach der PSMA PET/CT-geführten Bestrahlung. Das 3-Jahres-Überleben lag bei 84 % und das 3-Jahres-Überleben ohne biochemische Progression bei 55 %. Die mediane Dauer bis zur Hormontherapie betrug 13,5 Monate. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Patienten, die zusätzlich eine Hormontherapie bekamen oder mehr als 24 Fraktionen erhielten, ein besseres klinisches Ergebnis hatten.

Metastasen bei Patienten mit wiederkehrendem Prostatakrebs auf Grundlage der PSMA PET/CT gezielt zu bestrahlen, scheint somit eine neue, vielversprechende Behandlungsoption darzustellen. Prospektive, randomisierte Studien sind nun nötig, um zu untersuchen, ob diese Behandlung den Patienten einen Überlebensvorteil bietet.

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