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Migräne

Patientenprofil Migräne + Depression: Behandlungsrichtlinien nötig

Original Titel:
Clinical Correlates and Outcome of Major Depressive Disorder and Comorbid Migraine: A Report of the European Group for the Study of Resistant Depression

 

Kurz & fundiert
  • Multizentrenstudie zur Bestimmung des Patientenprofils Migräne + Depression
  • Analyse von 1 410 Patienten mit majorer Depression mit oder ohne Migräne
  • Migräne bei Frauen mit Depression: Punktprävalenz 13,5 %, bei Männern: 6,2 %
  • Häufig schlechtes Ansprechen auf Psychopharmakotherapie

 

DGP – Die vorliegende Multizentrenstudie untersuchte das klinische Profil von Patienten mit Depression und komorbider Migräne. Die Prävalenz von Migräne unter 1410 depressiven Patienten betrug 13,5 % bei Frauen und 6,2 % bei Männern. Patienten mit Depression und Migräne schienen häufig eher schlecht auf ihre Pharmakotherapie anzusprechen. Die Studienautoren sehen demnach deutlichen Bedarf für eine gezielte Behandlungsrichtlinie.


Migräne und begleitende Depression sind keine Seltenheit – die Behandlung ist trotzdem mit vielen Fragezeichen versehen. Die vorliegende Multizentrenstudie zielte daher auf eine Bestimmung des klinischen Profils von Patienten mit Depression und komorbider Migräne, um zu ermitteln, ob derzeitige Behandlungsmuster wirksam sind oder die Problematik nicht ausreichend klar ist und entsprechend bessere Richtlinien nötig wären.

Dazu wurden demographische und klinische Informationen von 1 410 depressiven Patienten (majore Depression) mit und ohne begleitende Migräne statistisch verglichen.

Multizentrenstudie zur Bestimmung des Patientenprofils Migräne + Depression

Die Punkt-Prävalenz von komorbider Migräne betrug 13,5 % bei Frauen und 6,2 % bei männlichen Patienten mit Depression. Patienten mit Depression und Migräne waren signifikant jünger, schwerer, mit größerer Wahrscheinlichkeit Frauen, wurden häufiger ambulant behandelt und hatten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Asthmaerkrankung. Das Vorliegen von Depression und Migräne resultierte in einer signifikant erhöhten funktionellen Beeinträchtigung.

Häufig auch Migräne bei Frauen mit Depression

Als Erstlinien-Behandlungen kam bei diesen Patienten tendenziell häufiger Agomelatin zum Einsatz. Antipsychotika der zweiten Generation wurden dagegen bei Migränepatienten signifikant seltener als augmentative Behandlung eingesetzt. Generell schien die Wahl der Behandlung allerdings wenig erfolgreich: Patienten mit Depression und Migräne schienen häufig eher schlecht auf ihre Pharmakotherapie anzusprechen.

Typische Therapieansätze bei Depression und komorbider Migräne kaum erfolgreich

Die Studienautoren schließen, dass Behandlungsrichtlinien für komorbide Depression und Migräne notwendig sind, um eine bestmögliche Wirksamkeit zu erreichen und mögliche Probleme in der Psychopharmakotherapie, beispielsweise das Serotoninsyndrom, zu vermeiden.

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