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Patientenzufriedenheit bei Psoriasis: Biologika höher bewertet als konventionelle Medikamente

Original Titel:
Satisfaction and attitudes toward systemic treatments for psoriasis: A cross-sectional study

Kurz & fundiert

  • Multizentren-Querschnittsstudie zur Zufriedenheit mit der systemischen Psoriasis-Therapie
  • 899 Patienten mit Plaques-Psoriasis in Rom
  • Informiertheit, Vertrauen, Arzt-Patienten-Kooperation und Zufriedenheit bei biologischen und konventionellen Medikamenten
  • Zufriedener und größeres Vertrauen mit Biologika und intravenöser Therapie

 

DGP – In einer Multizentren-Querschnittsstudie wurde die Behandlungszufriedenheit und Einstellung zur Behandlung bei erwachsenen Psoriasis-Patienten in systemischer Therapie untersucht. Informiertheit, Vertrauen, Arzt-Patienten-Kooperation und Zufriedenheit wurden mit biologischen und konventionellen Medikamenten verglichen. Bei 899 Patienten zeigte sich im Schnitt größere Zufriedenheit und mehr Vertrauen in die Therapie mit Biologika und intravenöser Behandlung.


Die Behandlungszufriedenheit von Psoriasis-Patienten und ihre Einstellung gegenüber der Behandlung hängt von verschiedensten Faktoren ab, ist aber bisher nicht gut untersucht. Die Zufriedenheit mit der Behandlung könnte auf die langfristige Adhärenz zurückwirken und stellt damit ein wichtiges Element der Therapie dar. Inzwischen stehen viele neue, zielgerichtete Therapieoptionen zur Verfügung. In einer Multizentren-Querschnittsstudie wurde die Behandlungszufriedenheit und Einstellung zur Behandlung in einer großen Gruppe erwachsener Psoriasis-Patienten untersucht. Die Patienten wurden alle systemisch behandelt und erhielten entweder biologische oder konventionelle Medikamente gegen die moderat bis schwere Plaque-Psoriasis.

Die Einstellung zur Therapie wurde mit Hilfe eines Fragebogens unter verschiedenen Blickpunkten wie zum Beispiel Informiertheit zur Wirkung und Sicherheit des Medikaments, Umgang mit der Administrationsroute (z. B. intravenös oder Selbstinjektion), Vertrauen in die Therapie und die Sinnhaftigkeit der Behandlung sowie die Kooperation zwischen Arzt und Patient betrachtet.

Multizentren-Querschnittsstudie zur Zufriedenheit mit der systemischen Psoriasis-Therapie

Die Patienten wurden zwischen Oktober 2018 und Juni 2019 in drei akademischen Zentren in Rom rekrutiert. Alle Patienten waren seit mindestens 12  Wochen mit einem Biologikum (Adalimumab, Certolizumab, Etanercept, Golimumab, Infliximab, Ixekizumab, Secukinumab, Ustekinumab) oder einem konventionellen, nicht-biologischen Medikament (Acitretin, Ciclosporin, Methotrexat und PUVA-Therapie). Die Zufriedenheit der Patienten wurde mit einem standardisierten Fragebogen (Treatment Satisfaction Questionnaire for Medication II) ermittelt.

Informiertheit, Vertrauen, Arzt-Patienten-Kooperation und Zufriedenheit bei biologischen und konventionellen Medikamenten

899 Patienten nahmen an der Studie teil, darunter 537 Männer (59,7 %) und 362 Frauen, mit einem durchschnittlichen Alter von 53,8 Jahren (+/- 14,8 Jahre). Zum Studienzeitpunkt waren dreiviertel der Patienten (606 Patienten, 67,4 %) in Behandlung mit einem Biologikum. 293 Patienten (32,6 %) wurden nicht-biologisch behandelt. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 26,9 Wochen (+/- 27,6). Subkutane (s.c.) Administration wurde am häufigsten angegeben (735 Patienten, 81,8 %), gefolgt von oraler Administration (121 Patienten, 13,5 %) und intravenöser Behandlung (i.v., 43 Patienten, 4,8 %). Die Patienten gaben ihren Erkrankungs-Schweregrad vor Behandlungsbeginn mit 6,92 (+/- 2,2) an, zum Studienbeginn betrug der Wert 0,79 (+/- 1,5).

Die Einstellung der Patienten erreichte in dieser Befragung im Schnitt hohe Werte. Besonders das Vertrauen in die Behandlung wurde als hoch eingeschätzt (8,3, +/- 1,7, Skala von 0 bis 10). Die Patienten schätzten sich als eher gut informiert ein (33,5 +/-  4,7, Skala von 0 bis 40) und empfanden auch die Zusammenarbeit mit dem Arzt als positiv (8,9 +/- 1,3, Skala von 0 bis 10). Die Zufriedenheit mit der Therapie (TSQM-Fragebogen) war signifikant höher bei Patienten in Biologika-Therapie als bei Patienten mit nicht‐biologischen Behandlungen (p < 0,0001). Die Patienten setzten auch höheres Vertrauen in die Behandlung mit Biologika als mit nicht-biologischen Behandlungen (p < 0,0001).

Patienten waren zudem zufriedener, wenn sie die Behandlung intravenös erhielten, als bei subkutaner Injektion oder oraler Administration, und sie vertrauten der intravenösen Route auch mehr. Außerdem zeigte sich in der Studie eine inverse Beziehung der Zufriedenheit mit der Behandlungsfrequenz: Je seltener therapiert werden musste, desto zufriedener waren die Patienten (p < 0,0001). Je länger die Patienten jedoch bereits in Behandlung waren, desto zufriedener waren sie (p < 0,0001).

Zufriedener und größeres Vertrauen mit Biologika und intravenöser Therapie

Die Studie demonstrierte hohe Behandlungszufriedenheit und positive Einstellungen der Patienten mit Psoriasis gegenüber systemischen Behandlungen. Besonders wichtig war dabei neben der wahrgenommenen Wirksamkeit, also dem Vertrauen in die Behandlung, die Art der Therapie. Besonders biologische Behandlungen wurden positiver durch die Patienten bewertet.

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