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Corona und Nichtalkoholische Fettleber: Volkskrankheit als Risikofaktor

Original Titel:
Non-alcoholic fatty liver disease and clinical outcomes in patients with COVID-19: A comprehensive systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Nichtalkoholische Fettleber: Volkskrankheit
  • Häufig komborbid mit COVID-19-Risikofaktoren
  • Systematischer Review und Meta-Analyse
  • 14 Studien, 1 851 NAFL-Patienten
  • Erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe, aber kein höheres Mortalitätsrisiko

 

DGP – Die Nichtalkoholische Fettleber (NAFL) ist eine häufige Erkrankung, die sich durch ein Übermaß an Fett im Lebergewebe kennzeichnet, ohne dass dafür Ursachen wie starker Alkoholkonsum vorliegen. NAFL ist häufig komorbid mit Adipositas, Diabetes oder Bluthochdruck und ist somit häufig bei Patienten mit erhöhten COVID-19-Risiken. Forscher charakterisierten nun klinische Verläufe von Patienten mit NAFL und COVID-19 im systematischen Review mit Meta-Analyse. Dabei zeigte sich ein höheres Risiko für schweres COVID-19 und Intensivbehandlung bei Patienten mit NAFL – allerdings kein erhöhtes Sterberisiko.


Die nichtalkoholische Fettleber (NAFL) ist eine häufige Erkrankung, die sich durch ein Übermaß an Fett im Lebergewebe kennzeichnet, ohne dass dafür Ursachen wie starker Alkoholkonsum vorliegen. NAFL betrifft weltweit etwa 25 % der Menschen und kann sich zu einer Steatohepatitis, Fibrose und Zirrhose auswachsen und somit signifikant die Leber schädigen. Patienten mit NAFL sind häufig begleiterkrankt mit Adipositas, Nierenerkrankungen und Stoffwechsel-Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Dyslipidemie. Aufgrund dessen stellen NAFL-Patienten eine Risikogruppe dar mit einer erhöhten Gefahr für schwere Verläufe von COVID-19. Klinische Verläufe von Patienten mit NAFL und COVID-19 waren bisher allerdings nicht gut charakterisiert.

Nichtalkoholische Fettleber: Volkskrankheit mit Nähe zu COVID-19-Risikogruppen

Forscher führten nun einen systematischen Review mit Meta-Analyse durch, um klinische Verläufe von COVID-19 bei Patienten mit NAFL zu ermitteln. Dazu durchsuchten sie die medizin-wissenschaftlichen Datenbanken MEDLINE, EMBASE und Cochrane Central nach Veröffentlichungen bis November 2020. Die Analyse berücksichtigte epidemiologische Studien zum klinischen COVID-19-Verlauf bei NAFL-Patienten.

Die Wissenschaftler konnten 14 Studien mit insgesamt 1 851 NAFL-Patienten in die Analyse aufnehmen. Die Studien waren moderater bis hoher Qualität. Für NAFL-Patienten wurde in der Analyse über 8 Studien ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe gefunden (adjustierte Odds Ratio, aOR: 2,60; 95 % Konfidenzintervall, KI: 2,24 – 3,02; p < 0,001). Aus zwei Studien konnten die Forscher ein erhöhtes Risiko für Intensivbehandlung wegen COVID-19 ermitteln (aOR: 1,66; 95 % KI: 1,26 – 2,20; p < 0,001). Die Sterblichkeit der NAFL-Patienten bei COVID-19 war jedoch, auf Basis von 2 Studien, nicht signifikant erhöht (95 % KI: 0,65 – 1,58; p = 0,96).

Erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe, aber kein höheres Mortalitätsrisiko

Die Meta-Analyse zeigte somit ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe und Intensivbehandlung für Patienten mit einer nichtalkoholischen Fettleber auf. Die Mortalität unterschied sich jedoch nicht zwischen NAFL- und Nicht-NAFL-Patienten mit COVID-19. Zukünftige Studien müssten die Rolle von NAFL bei COVID-19 weiter untersuchen, um Risiken und Folgen besser zu verstehen.

[DOI: 10.1016/j.dsx.2021.03.019]

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