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Corona-Impfung

Corona-Impfschutz: Impf-Update wichtig bei Menschen mit Krebserkrankungen

Original Titel:
Third dose of SARS-CoV-2 vaccination in hemato-oncological patients and health care workers: immune responses and adverse events - a retrospective cohort study

Kurz & fundiert

  • Corona-Impfschutz wichtig bei Menschen mit Krebserkrankungen
  • Wie entwickeln sich Antikörperlevel mit der dritten Impfung?
  • Studie in Österreich und Italien
  • 439 Krebs-Patienten, 41 medizinische Angestellte
  • Weniger Antikörper bei Krebspatienten als bei Kontrollpersonen
  • 3. Impfdosis steigert Antikörper gegen Coronavirus
  • Immunzellen im Blut lassen auf Antikörper schließen

 

DGP – Die erste Linie der Immunabwehr gegen das neue Coronavirus, die Antikörper, wird nach zwei Impfdosen relativ schnell schwächer. Wie viel eine dritte Impfung bei Menschen mit Krebserkrankungen helfen kann, untersuchte eine europäische Studie.


Neue Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2, beispielsweise Omikron, fordern die vorbeugenden Maßnahmen nicht nur wegen höherer Ansteckungsgefahr, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit, durch viele durch Impfung und frühere Infektionen erstellte Immunbarrieren hindurchzuschlüpfen. Zudem zeigte sich inzwischen, dass die erste Linie der Immunabwehr, die Antikörper, nach zwei Impfdosen relativ schnell schwächer wird. Dies ist besonders kritisch bei Patientengruppen wie Menschen mit Krebserkrankungen, die aufgrund der Erkrankung und ihrer Therapie ein schwächeres Immunsystem aufweisen.

Corona-Impfschutz wichtig bei Menschen mit Krebserkrankungen

Forscher untersuchten nun die Antikörperlevel gegen das neue Coronavirus bei Krebspatienten und medizinischem Personal in Österreich und Italien vor und nach der Impfung und ermittelten, welchen Beitrag zur Immunabwehr eine dritte Impfdosis liefern kann. Unerwünschte Ereignisse wurden außerdem mittels Fragebögen erfasst.

Wie entwickeln sich Antikörperlevel mit der dritten Impfung?

439 Patienten mit Krebserkrankungen und 41 Angestellte an den Kliniken nahmen an der Studie teil. SARS-CoV-2-Infektionen traten bei 62 von 439 Patienten (14,1 %) vor der ersten Impfung auf, bei 5 von 439 Patienten (1,1 %) nach mindestens der ersten Impfdosis. Die Analyse über den Zeitverlauf zeigte eine Abnahme der Antikörperlevel zwischen 3 und 6 Monaten nach der zweiten Impfung bei Patienten mit soliden Tumoren (p < 0,001) und hämatologischen Krebserkrankungen ohne Anti-B-Zell-Therapie (p < 0,001). Nach der 3. Dosis stiegen die Antikörper gegen das Spikeprotein des neuen Coronavirus im Vergleich zu Messungen nach der ersten bzw. zweiten Impfdosis an. Patienten mit Therapien, die auf die B-Zellen des Immunsystems abzielten, entwickelten niedrigere Antikörperlevel als Patienten, die an hämatologischen Krebserkrankungen litten und ohne B-Zell-Therapie behandelt wurden (p < 0,001) oder als Patienten mit soliden Tumoren (p < 0,001). Die Antikörperlevel gegen das Spikeprotein korrelierten zudem mit der Zahl bestimmter Immunzellen im Blut (CD19+ B-Zellen und CD56+ Killerzellen).

3. Impfung steigert Immunabwehr

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse nach der dritten Impfdosis waren Schmerzen an der Injektionsstelle (75/160, 46,9 %), Fatigue (25/160, 15,6 %) und Fieber bzw. Schüttelfrost (16/160, 10,0 %). Patienten mit Krebserkrankungen hatten im Schnitt niedrigere Antikörperlevel gegen das Spikeprotein des neuen Coronavirus als die Kontrollpersonen (Mitarbeiter in den Kliniken, p = 0,015).

Weniger Antikörper bei Krebspatienten als bei Kontrollpersonen

Die Studie zeigte, dass bei Patienten mit Krebserkrankungen eine dritte Impfung gegen das neue Coronavirus verbesserte Antikörperlevel produzierte und dabei gut verträglich war. Die weiterhin niedrigeren Antikörperlevel als bei Kontrollen zeigen jedoch einen weiteren Bedarf an Untersuchungen zum besseren Infektionsschutz für Krebspatienten auf.

[DOI: 10.1016/j.ejca.2022.01.019]

 

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