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Hormontherapie erhöht das Risiko für Diabetes

Original Titel:
New-onset diabetes after androgen-deprivation therapy for prostate cancer: A nationwide propensity score-matched four-year longitudinal cohort study

DGP – Die Hormontherapie nimmt bei dem Kampf gegen Prostatakrebs einen großen Stellenwert ein. Dennoch ist die Behandlung mit Nebenwirkungen verbunden. In der vorliegenden Studie zeigten Wissenschaftler, dass die Hormontherapie das Risiko für Diabetes erhöhte.


Die Hormontherapie zählt zu den Standardbehandlungen bei Prostatakrebs. Da diese auf den gesamten Körper wirkt, wird sie meist eingesetzt, wenn sich die Krebszellen bereits im Körper ausgebreitet haben oder wenn ein erhöhtes Risiko dafür besteht. Obwohl die Hormontherapie im Kampf gegen den Prostatakrebs gute Erfolge erzielen konnte, ist die Behandlung nicht frei von Nebenwirkungen. Ein Forscherteam aus Kaohsiung (Taiwan) untersuchte nun, ob eine Hormontherapie das Risiko für Diabetes erhöhte.

Wissenschaftler verglichen Prostatakrebs-Patienten mit und ohne Hormontherapie

Für ihre Studie griffen die Wissenschaftler auf Daten von 4604 Prostatakrebs-Patienten zurück, die sich einer Hormontherapie unterzogen hatten. Zum Vergleich zogen sie die Daten von 4604 weiteren Prostatakrebs-Patienten heran, die im Alter und Begleiterkrankungen mit den anderen Patienten übereinstimmten, jedoch nie eine Hormontherapie bekommen hatten. Die Patienten wurden vier Jahre lang begleitet.

Männer, die sich einer Hormontherapie unterzogen, hatte ein höheres Diabetes-Risiko

Während der Beobachtungszeit erkrankten sowohl Patienten mit Hormontherapie als auch Patienten ohne Hormontherapie an Diabetes. Auffällig war, dass die Männer, die sich einer Hormontherapie unterzogen, ein höheres Risiko für Diabetes hatten als die Männer, die auf eine Hormontherapie verzichteten. Berechnungen zufolge hatten die Männer mit Hormontherapie ein 2,19-mal so hohes Diabetes-Risiko.

Männer, die sich aufgrund von Prostatakrebs einer Hormontherapie unterzogen, hatten somit ein höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken. Dieses erhöhte Risiko sollte bei der Betreuung der Patienten berücksichtigt werden.

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