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Eierstockkrebs durch BRCA-1-Mutation
Eierstockkrebs ist eine der wenigen Krebsarten, für die es bis heute keine wirksame Früherkennung gibt. Etwa 70 Prozent aller Fälle werden erst in einem späten Stadium entdeckt. Bis zu 25 Prozent gehen auf erbliche BRCA1/2-Mutationen zurück – und doch werden 30 bis 50 Prozent der Frauen mit familiärer Vorbelastung niemals genetisch getestet. Genau hier setzt diese Podcastfolge an.
Die Gäste
Prof. Dr. Marion Kiechle ist Direktorin der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar der TU München und Professorin für Frauenheilkunde an der TU München. Sie zählt zu den Top-Expertinnen Deutschlands für genetisch bedingte Krebserkrankungen. Daniela Maria Grob ist 56 Jahre alt, Trägerin einer BRCA1-Mutation und erhielt im Januar 2022 die Diagnose Eierstockkrebs im Stadium IV. Nach erfolgreicher Erstbehandlung kam der Krebs vergangenes Jahr zurück. Sie befindet sich aktuell erneut in Chemo- und Immuntherapie im Klinikum Rechts der Isar und spricht in dieser Folge mit bewundernswerter Offenheit über ihren Weg. Nina Ruge moderiert das Gespräch als anerkannte Wissenschaftsjournalistin, Healthy-Longevity-Expertin und Bestseller-Autorin.
Die zentrale Botschaft von Prof. Dr. Marion Kiechle
Eierstockkrebs ist nicht früherkennbar, wenn er bereits besteht. Weder der jährliche Check beim Frauenarzt noch Ultraschall oder Tumormarker im Blut bringen eine verlässliche Früherkennung – auch nicht bei Frauen mit erhöhtem Risiko. Etwa 70 Prozent aller Eierstockkrebs-Fälle werden erst in einem späten Stadium entdeckt.
Die einzige Möglichkeit, das Risiko bereits vor einer Erkrankung zu erkennen, ist der Gentest auf BRCA1/2 – jener Test, der durch Angelina Jolie 2013 weltweit bekannt wurde. Bis zu 25 Prozent aller Eierstockkrebs-Fälle gehen auf solche Mutationen zurück.
In Deutschland wird dieser Test von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Dazu gehören insbesondere:
• Brust- oder Eierstockkrebsfälle in der Familie
• Erkrankungen in besonders jungen Jahren
• auch die väterliche Linie – die Vererbung läuft unabhängig vom Geschlecht ab, jedes Kind hat ein 50-Prozent-Risiko.
Anlaufstellen sind die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs sowie humangenetische Beratungsstellen. Wenn die Kriterien erfüllt sind, sollte dieser Test dringend gemacht werden.
Interview-Angebot: Bei Interesse bieten wir Ihnen gerne ein kurzes Interview mit Nina Ruge zum Thema Eierstockkrebs und genetische Prävention an – für Ihren Newsletter, Ihre Website, Ihre Social-Media-Kanäle oder andere Formate. Sprechen Sie uns einfach an. Auch die Gründerin und Geschäftsführerin des Medizinisch-Genetischen Zentrums München (MGZ), Prof. Elke Holinski-Feder, steht für Interviews zu diesem Thema zur Verfügung. Für Rückfragen, weiterführendes Material oder die Abstimmung stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.