Gantenerumab

Das Betaamyloid, oder Aβ, bildet außerhalb der Nervenzellen die alzheimertypischen Ablagerungen in den sogenannten Alzheimer-Plaques. Es wird vermutet, dass die alzheimertypischen Plaques Nervenzellen schädigen und so die Alzheimererkrankung verursachen. Das Eiweiß Betaamyloid kann in einem speziellen bildgebenden Verfahren nachgewiesen werden. Die Plaques deuten schon vor klaren Symptomen einer Demenzerkrankung auf eine wahrscheinliche spätere Alzheimererkrankung.

Was kann dagegen getan werden?

In gentechnisch veränderten Lebewesen (z. B. Bakterien oder Hefepilzen) können neue Medikamente hergestellt werden, die körpereigenen Substanzen ähneln. Diese Medikamente werden Biologika genannt.

Gantenerumab ist so ein Biologikum, also ein biotechnologisch gewonnenes Medikament, das im Körper so funktioniert wie ein ganz normaler, körpereigener Antikörper. Es bindet sich an die Substanz, die es erkennen kann, sein sogenanntes Antigen, und markiert sie damit für die körpereigene Immunabwehr. Die Abwehr kann dann die störende, jetzt deutlich sichtbare Substanz herausfischen und aus dem Verkehr ziehen. Gantenerumab speziell erkennt das Betaamyloid.

Wie wirkt Gantenerumab?

Gantenerumab soll als Antikörper des Betaamyloid direkt die Plaques angreifen und zu ihrem Abbau durch die Immunabwehr führen. So soll die Krankheit verlangsamt oder gestoppt werden.

Was sagt die Forschung?

Nach ersten Rückschlägen in Studien mit Patienten, die unter fortgeschrittener Alzheimerdemenz litten, wurde erkannt, dass die Behandlung der Alzheimererkrankung sehr viel früher beginnen muss. Gantenerumab wird daher derzeit zur Behandlung bei der prodromalen Alzheimererkrankung und bei milder Alzheimererkrankung jeweils in klinischen Studien der Phase III getestet. Ergebnisse aus diesen Studien sollen etwa Mitte 2020 vorliegen.

Alternative Bezeichnungen für Gantenerumab sind RO4909832, D09713 und CAS: 1043556-46-2.