Odds-Ratio

Odds bezeichnet im Englischen umgangssprachlich die Quote einer Wette, im Sinne von: „Die Quote steht 9 zu 1“. Analog bezeichnet der Begriff in der Medizin das Verhältnis der Personen einer Gruppe mit einem Endpunkt zu den Personen ohne diesen Endpunkt. Wenn also 30 von 100 Teilnehmern den Endpunkt aufweisen (und 70 nicht), beträgt die Odds „30 zu 70“ oder 0,43. Das „Odds-Ratio“ („OR“, Chancenverhältnis) bezeichnet das Verhältnis (Ratio) der Odds, dass ein Ereignis in der experimentellen Gruppe eintritt, zu den Odds, dass das Ereignis in der Kontrollgruppe eintritt. Beispiel: In der Kontrollgruppe liegen die Odds , wie oben, bei 30 zu 70 (0,43), in der experimentellen Gruppe weisen aber nur 20 von 100 Personen den Endpunkt auf. Daraus ergibt sich die Odds „20 zu 80“ = 0,25. Die Odds-Ratio errechnet sich dann aus 0,25 / 0,43 = 0,58. Odds sind nicht identisch mit Wahrscheinlichkeit. Die Wahrscheinlichkeit errechnet sich aus dem Verhältnis der Personen einer Gruppe mit einem Endpunkt zu allen Personen der Gruppe. Wenn also 30 von 100 Teilnehmern den Endpunkt aufweisen, beträgt die Wahrscheinlichkeit „30 von 100“ oder 0,30. Analog zur Odds-Ratio wird beim Vergleich von Gruppen das relative Risiko als Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten der beiden Gruppen berechnet: 0,20 / 0,30 = 0,66. Das Beispiel zeigt, dass Odds-Ratio und relatives Risiko zwar denselben Informationsgehalt haben, dennoch nicht verwechselt werden dürfen. Allerdings werden die Unterschiede bei kleinen Risiken (ab 1 zu 100) vernachlässigbar.