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Leukämie

Verbessertes Überleben durch Carfilzomib bei Multiplem Myelom

Original Titel:
Improvement in Overall Survival With Carfilzomib, Lenalidomide, and Dexamethasone in Patients With Relapsed or Refractory Multiple Myeloma

Das Multiple Myelom ist eine Form von Lymphdrüsenkrebs (malignes Lymphom) und geht von bestimmten weißen Blutkörperchen, den Plasmazellen, aus. Diese veränderten Plasmazellen vermehren sich unkontrolliert im Knochenmark, wodurch gesunde, blutbildende Zellen verdrängt werden. Sehr schwere Ausprägungen des Multiplen Myeloms werden mit sogenannten Proteasom-Hemmern, z. B. Carfilzomib, behandelt. Diese Wirkstoffklasse blockiert gezielt wichtige Eiweißstoffe (Proteine), was zum Absterben von Krebszellen führt. Da es sich beim Multiplen Myelom um eine nicht heilbare Erkrankung handelt, ist das Ziel einer Therapie die Verlängerung der Lebenszeit.

In der internationalen ASPIRE-Studie wurde das Gesamtüberleben abhängig von der Therapie bei insgesamt 792 Patienten mit rückfälligem und schwer behandelbarem Multiplem Myelom untersucht. Die erwachsenen Patienten hatten bereits eine bis drei vorherige Therapien und erhielten im Rahmen der Studie entweder Carfilzomib plus Lenalidomid und Dexamethason oder nur Lenalidomid und Dexamethason.

Für die Therapie mit Carfilzomib betrug das durchschnittliche Gesamtüberleben der Patienten 48 Monate und für die Therapie ohne Carfilzomib 40 Monate. Bei Patienten, die zuvor eine gescheiterte Therapie hatten, war das mittlere Gesamtüberleben für die Behandlung mit Carfilzomib 11 Monate länger als bei einer Behandlung ohne Carfilzomib. Dieser Unterschied lag bei ca. sieben Monaten, wenn die Patienten zuvor mehr als eine gescheiterte Therapie erhielten. Die Häufigkeit von schweren Nebenwirkungen belief sich auf 87 % mit Carfilzomib und 83 % ohne Carfilzomib. Vor allem Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Thrombozytopenie (Verminderung der Blutplättchen) traten bei der Behandlung mit Carfilzomib häufiger auf. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen war für beide Behandlungsgruppen gleich.

Aus diesen Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass durch Carfilzomib das Sterberisiko von Patienten mit rückfälligem und schwer behandelbarem Multiplem Myelom verringert wird. Die Zugabe von Carfilzomib zur Therapie aus Lenalidomid und Dexamethason verbessert das Überleben der Patienten im Schnitt um acht Monate. Dieser Vorteil ist vor allem bei einer Therapie nach einem ersten Krankheitsrückfall zu beobachten.

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