Chronische Darmentzündung

Aktuelle Studien- und Forschungs­ergebnisse

Die Therapietreue gegenüber Biologika ist ein wichtiger Faktor für den langfristigen Behandlungserfolg. Eine Metaanalyse mit 29 Studien zeigte eine zusammengefasste, moderate Therapietreue von 70 %. Geschlecht und Versicherungsstatus erwiesen sich als relevante Einflussfaktoren. Aufgrund erheblicher Unterschiede zwischen den Studien sind die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu interpretieren. Dennoch besteht demnach Unterstützungspotenzial mit Blick auf eine konsequent durchgeführte Therapie.

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Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie fand, dass eine 4-wöchige Supplementierung mit B-Vitaminen und Magnesium bei Menschen mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) Colitis ulcerosa Fatigue sowie die symptomatische Krankheitsaktivität besserte. Für Morbus Crohn und die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigte sich hingegen kein signifikanter Nutzen. Ob die Supplementierung auch die zugrunde liegende Entzündungsaktivität beeinflussen kann, bleibt weiterhin unklar.

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Antientzündliche Ernährungsinterventionen auf Basis vollwertiger Lebensmittel können bei aktiver Colitis ulcerosa das Ansprechen auf die Behandlung verbessern. Ein eindeutiger Einfluss auf die Remission und das Auftreten von Rückfällen bei ruhender Erkrankung konnte nicht gezeigt werden, so die Ergebnisse eines aktuellen systematischen Reviews mit Metaanalyse über 6 Studien.

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Die Langzeitdaten der U-ENDURE-Langzeitverlängerungsstudie liefern Erkenntnisse zur Behandlung mit Upadacitinib bei mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn. Nach 2 Jahren zeigten initial ansprechende Studienteilnehmer weiterhin eine anhaltende klinische und endoskopische Wirksamkeit. Gleichzeitig wurden keine neuen Sicherheitssignale festgestellt.

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Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse deutet darauf hin, dass Passivrauchen in der Kindheit und während der Schwangerschaft das Risiko für Morbus Crohn erhöhen könnte. Für Colitis ulcerosa zeigte sich hingegen kein entsprechender Zusammenhang. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Aufklärung über gesundheitliche Risiken durch Passivrauchbelastung.

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GLP-1-Rezeptoragonisten ermöglichen laut den Ergebnissen eines aktuellen systematischen Reviews mit Metaanalyse bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Adipositas einen Gewichtsverlust und senken gleichzeitig das Risiko für Operationen und Krankenhausaufenthalte.

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Chronische Entzündungsprozesse sind an der Entstehung und dem Fortschreiten zahlreicher chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen beteiligt und verstärken sich im Alter (Inflammaging). Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 89 Studien fand, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen chronische altersbedingte Entzündungsprozesse verringern und Biomarker des biologischen Alterns verbessern können.

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Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 16 Studien zeigte, dass Menschen mit Vitiligo ein signifikant erhöhtes Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen haben. Besonders bestand ein Zusammenhang mit Morbus Crohn. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Menschen mit Vitiligo und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich eine sorgfältigere ärztliche Abklärung und engere klinische Überwachung sinnvoll sein kann.

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Ein systematischer Review mit Metaanalyse konnte zeigen, dass die mediterrane Ernährung in Kombination mit der Standardtherapie bei etwa 62 % der Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu einer klinischen Remission führen kann. Die Wirksamkeit war bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa vergleichbar. Ein klarer Vorteil gegenüber anderen Ernährungsformen konnte jedoch bislang nicht nachgewiesen werden.

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Essstörungen sind bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen weit verbreitet, zeigte ein systematischer Review mit Metaanalyse von 23 Studien, die insbesondere auf eine hohe Prävalenz vermeidender und restriktiver Essstörungen hinweist. Die Autoren empfehlen eine verbesserte Früherkennung und mehr Aufmerksamkeit im klinischen Alltag.

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