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COPD

Soziale Faktoren beeinflussen die Teilnahme an Lungenrehabilitationsprogrammen

Original Titel:
Social Determinants of Adherence to Pulmonary Rehabilitation for Chronic Obstructive Pulmonary Disease.

Lungenrehabilitationsprogramme können Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) dabei unterstützen, ihre Lebensqualität zu verbessern und ihre Lebenserwartung zu steigern. Durch die Programme können Symptome reduziert und die Belastbarkeit des Patienten verbessert werden. Der Patient lernt dabei viel über den Umgang mit der Erkrankung, was ihn in seinem Alltag unterstützen soll. Wichtige Bestandteile der Programme sind unter anderem eine umfassende Patientenschulung, Ernährungsberatung, Atemmuskeltraining sowie Bewegungs- und Atemübungen. Viele Patienten halten sich jedoch nicht an den empfohlenen Therapieplan und nehmen nicht regelmäßig an den Sitzungen teil. Die Gründe dafür unterscheiden sich von Patient zu Patient.

Forscher der Universität von Alabama in Birmingham suchten nach sozialen Faktoren, die Patienten, welche sich nicht an den Therapieplan hielten, gemeinsam hatten. Sie hofften, dadurch Risikogruppen erkennen zu können. Zu diesem Zweck wurden Daten von insgesamt 455 COPD-Patienten, die sich ambulant in einem Lungenrehabilitationsprogramm befanden, analysiert. Es wurde untersucht, wie häufig sie an den verschriebenen Sitzungen teilnahmen. Ein Viertel der Patienten besuchte nur jede dritte Therapiesitzungen (geringe Teilnahme). Ein weiteres Viertel nahm an 35–85 % der Sitzungen teil (moderate Teilnahme). 51 % machten bei mehr als 85 % der Sitzungen mit (hohe Teilnahme). Die Analyse weiterer Daten zeigte, dass Raucher dreimal häufiger zu den Patienten mit einer geringen Teilnahme gehörten als Nichtraucher. Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit (gemessen mit dem sogenannten 6-Minuten-Gehtest, der testet, wie weit ein Patient in 6 min gehen kann) motivierte die Patienten offensichtlich, an den Sitzungen teilzunehmen: Erhöhte sich die Distanz von < 150 m auf 150–249 m oder gar auf ≥ 250 m, ging das Risiko, nicht regelmäßig an den Sitzungen teilzunehmen, deutlich zurück. Die Teilnahmehäufigkeit wurde außerdem von sozioökonomischen Faktoren beeinflusst, also von Bildungsstatus, Arbeitslosigkeit, Einkommen, Wohnort und kulturellen Aktivitäten. Patienten, die in Bezug auf diese Faktoren benachteiligt waren, gehörten häufiger zur Gruppe der Patienten, die seltener am Lungenrehabilitationsprogramm teilnahmen.

Rauchen, eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit und auch ein geringer sozioökonomischer Status gingen oft mit einer selteneren bzw. unregelmäßigen Teilnahme an Lungenrehabilitationsprogrammen einher. Patienten, die von diesen Faktoren betroffen sind, sollten daher mit speziellen Maßnahmen motiviert und unterstützt werden, regelmäßig an Lungenrehabilitationsprogrammen teilzunehmen.

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