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Biologika führen nicht zu einem Anstieg der Krebserkrankungen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis

Original Titel:
Malignant Neoplasms in Patients With Rheumatoid Arthritis Treated With Tumor Necrosis Factor Inhibitors, Tocilizumab, Abatacept, or Rituximab in Clinical Practice

Biologika haben in den letzten Jahren die Behandlung von rheumatoider Arthritis revolutioniert. Dabei gab es immer wieder Unsicherheiten über mögliche Spätfolgen und Nebenwirkungen. Jetzt haben schwedische Forscher herausgefunden, dass das Krebsrisiko bei Einnahme dieser Wirkstoffe nicht erhöht ist.

Biologika werden gentechnisch hergestellt und ähneln körpereigenen Stoffe. Sie greifen in das Immunsystem des Körpers ein, um Entzündungsreaktionen zu unterbinden. Die unterschiedlichen Biologika richten sich dabei entweder gegen den Tumornekrosefaktor TNF-α, gegen Interleukine oder gegen B- oder T-Zellen. Da Biologika in das Immunsystem eingreifen, gibt es immer wieder Spekulationen über die Gefahren von Infektionen und Krebserkrankungen.

Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm haben jetzt in einer großangelegten Studie Patientendaten aus den Jahren 2006–2015 ausgewertet. Dabei wurden Daten von Patienten mit rheumatoider Arthritis ausgewertet, die unterschiedliche Medikamente erhalten hatten. Die Patienten wurden in Gruppen eingeteilt basierend auf den Medikamenten, die sie erhalten hatten: entweder Tocilizumab, Abatacept, Rituximab oder TNF-Inhibitoren. Eine weitere Gruppe Patienten war mit konventionellen antirheumatischen Wirkstoffen und nie mit Biologika behandelt wurden. Im Vergleich stellten die Forscher fest, dass es bei Patienten, die mit einem Biologika behandelt wurden, nicht zu einem erhöhten Risiko einer Krebserkrankung kam. Als einzige Ausnahme konnte ein leicht erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Form des Hautkrebses nach Verabreichung von Abatacept gemessen werden.

Die Studie deutet an, dass bei Einnahme von Biologika kein erhöhtes Risiko besteht, an Krebs zu erkranken. Sie gibt daher einen Hinweis zur Sicherheit der Wirkstoffe. Dabei gilt zu jedoch bedenken, dass die Studie keine Krebsformen untersucht, die eine sehr lange Verzögerungszeit haben und noch keine messbare Reaktion zeigen können.

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