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Leukämie

Brentuximab Vedotin verbessert die Therapie bei Lymphdrüsenkrebs

Original Titel:
Incorporation of brentuximab vedotin into first-line treatment of advanced classical Hodgkin's lymphoma: final analysis of a phase 2 randomised trial by the German Hodgkin Study Group

Lymphdrüsenkrebs ist ein umgangssprachlicher Name für bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Wissenschaftlich wird Lymphdrüsenkrebs als malignes Lymphom bezeichnet und unterscheidet das klassische Hodgkin-Lymphom und die große Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Der Wirkstoff Brentuximab Vedotin ist zur Behandlung von Patienten mit rückfälligem Hodgkin-Lymphom zugelassen, da in vorausgegangenen Studien die Wirksamkeit und Verträglichkeit gezeigt wurden.

In einer aktuellen deutschen Studie wurde Brentuximab Vedotin in ein bestehendes Chemotherapie-Protokoll (eBEACOPP) zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms eingebaut. Ziel dabei war es, die Giftigkeit dieses Protokolls zu verringern und gleichzeitig die Wirksamkeit zu erhalten. Insgesamt wurden 102 Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom auf zwei unterschiedliche Behandlungen aufgeteilt. Die eine Hälfte der Patienten erhielt BrECAPP (Brentuximab Vedotin 1,8 mg/kg an Tag 1, Etoposid 200 mg/m2 an den Tagen 2–4, Doxorubicin 35 mg/m2 an Tag 2, Cyclophosphamid 1250 mg/m2 an Tag 2, Procarbazin 100 mg/m2 an den Tagen 2–8 und Prednison 40 mg/m2 an den Tagen 2–15). Die andere Hälfte der Patienten wurde mit BrECADD (Brentuximab Vedotin 1,8 mg/kg an Tag 1, Etoposid 150 mg/m2 an den Tagen 2–4, Doxorubicin 40 mg/m2 an Tag 2, Cyclophosphamid 1250 mg/m2 an Tag 2, Dacarbazin 250 mg/m2 an den Tagen 3–4 und Dexamethason 40 mg an den Tagen 2–5) behandelt. Nach durchschnittlich 17 Monaten wurde das Ansprechen der Patienten auf die Chemotherapien untersucht.

Die Patienten sprachen sehr gut auf die beiden Chemotherapie-Protokolle an. Im Fall von BrECAPP hatten 94 % der Patienten und im Fall von BrECADD 88 % der Patienten eine vollständige Remission (andauernde Abschwächung der Symptome ohne Heilung). Insgesamt wurden 58 schwere unerwünschte Ereignisse beobachtet. Davon traten 32 Ereignisse bei Patienten auf, die BrECAPP erhielten. Demgegenüber gab es 26 Ereignisse bei den Patienten, die mit BrECADD behandelt wurden. In beiden Gruppen betrafen die häufigsten Nebenwirkungen das blutbildende System. Schädigungen der Organe traten bei 17 % der Patienten mit BrECAPP-Therapie und bei 4 % der Patienten mit BrECADD-Therapie auf. Während der Nachbeobachtung gab es keine Todesfälle.

Zusammengefasst demonstrieren diese Ergebnisse, dass die Chemotherapie mit Brentuximab Vedotin zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms wirksam ist. Beide Chemotherapie-Protokolle, BrECAPP und BrECADD, führen zu einem sehr guten Ansprechen der Patienten, wobei die Behandlung mit BrECADD eine geringere Giftigkeit aufweist. Daher wird die Chemotherapie mit BrECADD in zukünftigen Studien weiter untersucht.

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