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Darmkrebs

Regorafenib oder TAS-102: was wirkt besser bei metastasiertem Darmkrebs?

Original Titel:
A Comparison of Regorafenib and TAS-102 for Metastatic Colorectal Cancer: A Systematic Review and Network Meta-analysis

Regorafenib und Trifluridin/Tipiracil (TAS-102) sind zellwachstumshemmende (zytostatische) Wirkstoffe, die zur Behandlung von ausgesiedeltem (metastasiertem) Darmkrebs zugelassen sind. TAS-102 ist eine Wirkstoffkombination, wobei Trifluridin direkt in die Erbsubstanz (DNS) von Krebszellen eingebaut wird und so die DNS und die Zelle schädigt. Tipiracil blockiert den Abbau von Trifluridin. Bei Regorafenib handelt es sich um einen sogenannten Tyrosinkinaseinhibitor, der bestimmte wachstumsfördernde Signale von Krebszellen blockiert. Beide Wirkstoffe kommen bei fortgeschrittenen Krankheitsstadien zum Einsatz, wenn Therapien mit anderen Wirkstoffen erfolglos bleiben. In solchen Fällen von schwer behandelbarem (refraktärem) Darmkrebs wurde die Wirksamkeit von Regorafenib und TAS-102 wissenschaftlich belegt. Es gibt jedoch noch keine Studie, die diese beiden Wirkstoffe direkt miteinander vergleicht.

Da es bei fortgeschrittenem Darmkrebs oft nur wenige, standardmäßige Behandlungsmöglichkeiten gibt, haben kanadische Wissenschaftler Wirksamkeit und Sicherheit von Regorafenib und TAS-102 verglichen. Durch eine Datenbank- und Literaturrecherche wurden Daten zum Überleben und zur Giftigkeit gesammelt. Anhand dieser Informationen wurden der Vergleich der beiden Wirkstoffe entweder indirekt, d. h. jeweils gegen ein Scheinmedikament (Placebo) oder direkt gegeneinander durchgeführt.

Dabei konnten die Daten von 1659 Patienten mit metastasiertem Darmkrebs ausgewertet werden, die nach fehlgeschlagener Therapie mit Regorafenib, TAS-102 oder mit Placebo behandelt wurden. Bei dem indirekten Vergleich konnte für die Behandlung mit den beiden Wirkstoffen kein Unterschied im Gesamtüberleben oder im Überleben ohne Krankheitsfortschritt beobachtet werden. Jedoch zeigte die Behandlung mit Regorafenib eine stärkere Giftigkeit, die sich in häufigeren, unerwünschten Nebenwirkungen von leicht bis lebensbedrohlich äußerte. Generell wiesen die beiden Wirkstoffe unterschiedliche Nebenwirkungen auf.

Diese vergleichende Studie fasst die Behandlungsergebnisse von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs mit den Wirkstoffen Regorafenib und TAS-102 zusammen. Während beide Wirkstoffe bei schwer zu behandelndem Darmkrebs eine ähnliche Wirksamkeit haben, ist die Regorafenib-Chemotherapie giftiger für den Patienten als die Chemotherapie mit TAS-102.

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