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Endometriose

Endometrioseherde werden nur gering durch hormonelle Stimulation beeinflusst

Original Titel:
Do endometriomas grow during ovarian stimulation for assisted reproduction? A three-dimensional volume analysis before and after ovarian stimulation

Endometriose ist eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit und einen unerfüllten Kinderwunsch. Gewebe der Gebärmutterschleimhaut wandert und siedelt sich in anderen Organen wie den Eierstöcken oder dem Darm an. Neben Schmerzen, Blutungen und Verwachsungen kann es auch zur Bildung von Zysten kommen. Die Endometriome oder auch Schokoladenzysten genannten Hohlräume sind meist mit Blut gefüllt. Die Endometrioseherde sind – wie das Gebärmuttergewebe – durch Hormone reguliert und wachsen und schrumpfen zyklisch mit dem Menstruationszyklus. Wissenschaftler aus der Türkei haben jetzt den Einfluss der hormonellen Stimulation auf das Wachstum der Endometriome untersucht.

Bei der hormonellen Stimulation werden die Follikelreifung und der Eisprung durch die Behandlung mit Hormonen angeregt. Man unterscheidet das Antagonistenprotokoll und das Agonistenprotokoll. Das kurze Antagonistenprotokoll setzt am 2.–4. Zyklustag mit Hormonen zur Stimulation der Follikel- beziehungsweise Eizellreifung ein. Zusätzlich wird dann ein Antagonist verabreicht, um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Nach etwa 10 Tagen Behandlung können die Eizellen dann nach Auslösen des Eisprungs entnommen werden. Beim langen Agonistenprotokoll wird bereits im vorhergehenden Zyklus mit der Unterdrückung des Eisprungs eingesetzt. Am 2.–4. Zyklustag beginnt dann auch hier die Stimulation der Eizellreifung, bis die Eizellen entnommen werden können. Zusätzlich kann auch das ultralange Agonistenprotokoll angewendet werden. Dabei wird schon einige Monate vorher das Hormonsystem gehemmt und Reifung und Eisprung unterdrückt. Dieses Protokoll wird überwiegend bei Endometriose-Patientinnen verwendet.

Die Wissenschaftler untersuchten jetzt 25 Frauen mit Endometriomen. 9 Frauen durchliefen das Antagonistenotokoll, 13 Frauen das lange Agonistenprotokoll und 3 Frauen das ultralange Agonistenprotokoll. Alle Frauen wurden für etwa 10 Tage mit 4500 IU Gonadotropinen pro Tag behandelt, um die Eizellreifung zu stimulieren. Zu Beginn der Stimulation der Eizellreifung und am Tag des Eisprungs wurde die Größe der Zysten mit einem 3D-Ultraschall bestimmt. 82 % der Zysten wuchsen während der Behandlung in einem geringen Ausmaß. Dabei war das Wachstum umso stärker, umso größer die Zyste zu Beginn der Behandlung war.

Obwohl die Ergebnisse ein Wachstum der Zysten während der Behandlung zur hormonellen Stimulation andeuten, stellen die Wissenschaftler fest, dass das Wachstum statistisch nicht bedeutsam ist. Weitere Studien mit größeren Patientengruppen wären daher notwendig, um eine gute Aussage treffen zu können. Die vorliegenden Ergebnisse deuten daher nur eine minimale Beeinflussung der Endometriose durch die hormonelle Stimulation an.

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