Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen

Brustkrebs

Neu entwickeltes Medikament für hormonsensitiven Brustkrebs

Original Titel:
MONARCH 2: Abemaciclib in Combination With Fulvestrant in Women With HR+/HER2- Advanced Breast Cancer Who Had Progressed While Receiving Endocrine Therapy

Abemaciclib, Palbociclib und Ribociclib sind vielversprechende neue Wirkstoffe zur Behandlung von Brustkrebs. Sie stammen aus der Gruppe der Cdk4/6-Hemmer. Die Wirkung der Cdk4/6-Hemmer beruht darauf, dass sie Wachstum und Vermehrung von Zellen bremsen können, so zum Beispiel von Brustkrebszellen, bei denen viele Andockstellen (Rezeptoren) für Hormone vorhanden sind. Pablociclib und Ribociclib sind bereits in Deutschland zugelassen, Abemaciclib bisher erst in den USA.

Ergebnisse einer internationalen Studie zu Abemaciclib möchten wir Ihnen im Folgenden zusammenfassen: in die Studie waren 669 Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs eingeschlossen. Diese Bezeichnung bedeutet, dass die Krebszellen der Patientinnen so beschaffen sind, dass viele Rezeptoren für weibliche Geschlechtshormone vorhanden sind (daher Hormonrezeptor-positiv), hingegen nicht viele Rezeptoren vom Typ HER2 (daher HER2-negativ; HER2 steht für human epidermal growth factor receptor 2). Die Frauen wiesen Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium auf; bisherige Behandlungen waren entweder nicht erfolgreich gewesen oder die Frauen wurden erstmalig für ihre fortgeschrittene Krankheit, bei der sich der Krebs bereits auf andere Gewebe ausgebreitet hatte (sprich sich also Metastasen gebildet hatten), behandelt.

Die Patientinnen wurden nun in 2 Gruppen aufgeteilt. 2/3 der Patientinnen (= 446 Frauen) erhielten den Wirkstoff Abemaciclib (in einer Dosierung von 150 mg zweimal täglich) zusammen mit Fulvestrant (in einer Dosierung von 500 mg pro Behandlungszyklus). Fulvestrant wird als Antihormonbehandlung bei Frauen mit Hormonrezeptor-positiven fortgeschrittenem Krebs eingesetzt, mit dem Ziel, die Wirkung von Hormonen, die bei den Frauen das Krebswachstum ankurbeln können, einzudämmen. Die anderen 223 Frauen erhielten anstelle dem Abemaciclib ein Scheinmedikament (Placebo) und dazu ebenso Fulvestrant (in gleicher Dosierung wie die andere Gruppe).

Die Ergebnisse verdeutlichten, dass Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant zu einer deutlichen Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (16,4 Monate) im Vergleich zu der Behandlung mit Placebo und Fulvestrant (9,3 Monate) beitrug. Unter dem progressionsfreien Überleben versteht man die Zeitspanne zwischen dem Start einer klinischen Studie und dem Fortschreiten der Krankheit oder dem Tod des Patienten. Darüber hinaus konnte mit 48,1 % bei mehr Patienten in der Abemaciclib-Gruppe als bei 21,3 % in der Placebogruppe ein Ansprechen auf die Therapie, gemessen anhand von objektiven Kriterien, gezeigt werden. In der Abemaciclib-Gruppe kam es deutlich öfter zu Nebenwirkungen als in der Placebogruppe. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Durchfall, die Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen im Blut, Übelkeit und chronische Erschöpfung.

Bei Frauen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs konnte die Behandlung mit Abemaciclib den Ergebnissen dieser Studie zufolge zu einem verbesserten progressionsfreien Überleben und objektiven Ansprechen auf die Behandlung beitragen, allerdings zu Lasten einer erhöhten Anzahl von Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen wurden von den Forschern als tolerabel eingestuft.

© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal.de

Ein Serviceangebot und weitere Themen zu Brustkrebs: