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Alter und Rauchen erhöhen Risiko für Krebserkrankungen bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Original Titel:
Extracolonic Cancer in Inflammatory Bowel Disease: Data from the GETECCU Eneida Registry

Patienten mit den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa leiden häufiger als die Normalbevölkerung an Darmkrebs. Inwiefern die Patienten auch von anderen Krebsformen betroffen sind, untersuchte ein spanisches Forscherteam. Die Forscher interessierte, wie häufig Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa an Krebserkrankungen außerhalb des Darms leiden, welche Faktoren die Krebsentstehung in anderen Körperregionen begünstigen und ob eine Behandlung mit Medikamenten, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken (sogenannte Immunsuppressoren) oder mit Medikamenten, die gegen den Tumornekrosefaktor (einen Signalstoff des Abwehrsystems) gerichtet sind, eine Krebsentstehung außerhalb des Darms fördern.

Mehr als 10000 Patienten wurden in die Studie miteinbezogen

Die Wissenschaftler haben insgesamt 11011 Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa über eine mittlere Dauer von 98 Monaten beobachtet . Von den Patienten waren 48 % mit Immunsuppressoren oder einem Hemmstoff des Tumornekrosefaktors behandelt worden.

Forscher identifizierten Risikofaktoren für die Entwicklung einer Krebserkrankung

Bei 3,6 % der Patienten lag eine Krebsform außerhalb des Darms vor. Dabei waren die Patienten am häufigsten von Brustkrebs betroffen (16,8 %), gefolgt von Prostatakrebs (12,3 %), Lungenkrebs (9,3%) und weißem Hautkrebs (8,8 %). Die Einnahme von Immunsuppressoren oder Hemmstoffen des Tumornekrosefaktors hatte keinen Einfluss auf die Krebsentstehung. Allerdings waren das Alter der Patienten und Rauchen erhebliche Risikofaktoren für die Entwicklung einer Krebserkrankung.

Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass durch die Behandlung von Morbus Crohn- und Colitis ulcerosa-Patienten mit Immunsuppressoren oder Hemmstoffen des Tumornekrosefaktors kein erhöhtes Risiko für krebsartige Veränderungen außerhalb des Darms resultiert. Das Alter und ehemaliges Rauchen allerdings erhöhen das Krebsrisiko. Dabei sind vor allem die Brust, die Lunge, die Prostata und die Haut betroffen.

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