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Schwangere Frauen mit einer chronischen Darmentzündung haben ein erhöhtes Risiko für eine Vitamin-D-Unterversorgung

Original Titel:
Pregnant Women with Inflammatory Bowel Disease are at Increased Risk of Vitamin D Insufficiency: A Cross-Sectional Study

Schwangere Frauen litten besonders häufig an einer Vitamin-D-Unterversorgung, wenn sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt waren. Dies zeigte die vorliegende Studie. Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass die empfohlene Nahrungsergänzung von 400 IU/Tag diese Unterversorgung nicht ausreichend beheben konnte.


Vitamine sind lebenswichtige Stoffe, die dem Körper in der Regel zugeführt werden müssen. Vitamin D nimmt unter den Vitaminen eine Sonderstellung ein, da dieses vom Körper mit Hilfe von Sonnenlicht selbst produziert werden kann. Ein Mangel dieses Vitamins kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Es ist bereits bekannt, dass sowohl Patienten mit einer chronischen Darmentzündung als auch schwangere Frauen häufig unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. Doch wie sieht es aus, wenn beide Faktoren zusammenkommen. Leiden schwangere Frauen mit einer chronischen Darmentzündung besonders stark unter einer Vitamin-D-Unterversorgung? Und wenn ja, kann die empfohlene Nahrungsergänzung helfen?

Wissenschaftler untersuchten die Vitamin-D-Versorgung von schwangeren Frauen

Um dies herauszufinden untersuchten Wissenschaftler der University of Calgary (Kanada) insgesamt 676 schwangere Frauen. 102 von ihnen waren an einer chronischen Darmentzündung erkrankt (Morbus Crohn: 61 Frauen, Colitis ulcerosa: 41 Frauen). Die anderen 574 Frauen litten an keiner der beiden Erkrankungen. Bei allen Frauen wurde die Vitamin-D-Versorgung gemessen. Dies geschah mit Hilfe der 25(OH)D-Konzentration. 25(OH)D ist nämlich ein Rohstoff für Vitamin D und kann im Blut gemessen werden kann. Eine Vitamin-D-Unterversorgung lag dann vor, wenn die 25(OH)D-Konzentration bei 75 nmol/l oder weniger lag.

Schwangere Frauen litten häufiger an einer Vitamin-D-Unterversorgung, wenn sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt waren

Ein Vergleich zwischen gesunden und erkrankten Frauen machte deutlich, dass Frauen mit einer chronischen Darmentzündung häufiger unter einer solchen Vitamin-D-Unterversorgung litten als die gesunden Frauen. Etwa die Hälfte (50,8 %) der schwangeren Morbus Crohn-Patientinnen und 60,9 % der schwangeren Frauen mit Colitis ulcerosa wiesen eine Vitamin-D-Unterversorgung auf, während dies bei den schwangeren Frauen ohne eine solche Darmerkrankung nur bei 17,4 % der Fall war. Unabhängig von der ethnischen Herkunft und der Jahreszeit hatten schwangeren Frauen ein etwa 3-mal so hohes Risiko für eine Vitamin-D-Unterversorgung, wenn sie unter Morbus Crohn litten, und ein etwa 3,6-mal so hohe Risiko, wenn sie an Colitis ulcerosa erkrankt waren. Auch wenn die Frauen Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (400 IU täglich) zu sich nahmen, litten viele dennoch an einer Vitamin-D-Unterversorgung (Morbus Crohn-Patientinnen: 32,3 %, Colitis ulcerosa-Patientinnen: 58,3 %, gesunde Frauen: 10,8 %).

Schwangere Frauen hatten somit ein höheres Risiko für eine Vitamin-D-Unterversorgung, wenn sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt waren. Gerade bei Frauen mit einer chronischen Darmentzündung zeigte die empfohlene Nahrungsergänzung von 400 IU/Tag keine ausreichende Wirkung. Es muss somit im Weiteren ermittelt werden, welche tägliche Zufuhr von Vitamin D für schwangere Frauen mit einer chronischen Darmentzündung optimal ist.

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