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Leukämie

Neue Behandlungsoption für das B-Zell-Lymphom Morbus Waldenström mit Ibrutinib plus Rituximab

Original Titel:
Phase 3 Trial of Ibrutinib plus Rituximab in Waldenström’s Macroglobulinemia.

Für Patienten, die unter dem Morbus Waldenström, der Makroglobulinämie, leiden, zeigte die Kombination von Ibrutinib und Rituximab gute Wirkung. Deutlich mehr Patienten konnten mit dieser Kombination ohne Krankheitsfortschritt leben als mit der Placebo-Rituximab-Behandlung. Dies traf sowohl auf Patienten zu, die bereits einen Rückfall unter Rituximab mit Chemotherapie erlitten hatten, als auch für die Patienten, deren Erkrankung bisher noch nicht behandelt worden war. Die häufigsten Probleme mit der Behandlung betrafen das Herz der Patienten (Kammerflimmern) und Bluthochdruck. In der Placebo-Kombinationsbehandlung traten dagegen mehr krankheitsbedingte Probleme (Immunglobulin M-Anstieg) und Reaktionen auf die Infusion auf.


Der Morbus Waldenström ist eine seltene Variante des B-Zell-Lymphoms und wird auch Makroglobulinämie genannt. Die Erkrankung gilt als langsam fortschreitend und verursacht typischerweise weniger Symptome als andere Blutkrebserkrankungen. Häufig wird sie daher auch eher zufällig erkannt, gehört aber trotzdem zu den malignen Lymphomen. Die Standardtherapie für diese Erkrankung, sobald Symptome wie Blutarmut, Nervenschmerzen oder Blutungsneigung aufgetreten sind, besteht aus dem biotechnologischen Medikament Rituximab in Kombination mit einer Chemotherapie. Bei Patienten mit einem Rückfall trotz dieser Behandlung konnte das Medikament Ibrutinib bereits gute Erfolge erzielen. Für eine Erstbehandlung von Morbus Waldenström ist das Mittel (ein sogenannter Tyrosinkinase-Hemmer) allerdings noch nicht zugelassen. Ob es dafür aber sinnvoll in Frage käme, untersuchte nun eine internationale Forschergruppe unter Leitung von Dr. Dimopoulos von der National and Kapodistrian University of Athens in Griechenland in einer klinischen Studie der Phase 3. Dazu ermittelten sie die Wirkung von Ibrutinib in Kombination mit Rituximab bei Patienten, deren Morbus Waldenström entweder noch nicht behandelt worden war oder die einen Rückfall erlitten hatten.

Helfen Ibrutinib und Rituximab gemeinsam gegen Morbus Waldenström?

Studienteilnehmer waren 150 Patienten mit bestehenden Symptomen der Erkrankung. Den Patienten wurde zufällig entweder Ibrutinib plus Rituximab oder Placebo plus Rituximab als Behandlung zugewiesen. Nach einer Behandlungsdauer von 30 Monaten (zweieinhalb Jahre) wurde ermittelt, wie lange die Patienten jeweils ohne ein Fortschreiten der Erkrankung überlebt hatten. Außerdem wurde erfasst, in wie vielen Fällen Symptome mit der Behandlung abgemildert wurden, also die Krankheit auf die Behandlung ansprach. Auch die Veränderung der Blutwerte und genetische Veränderungen des Knochenmarks seit Beginn der Behandlung wurden untersucht. Schließlich wurde auch erfasst, wie sicher die Behandlung war, also welche unerwünschten Effekte oder Nebenwirkungen auftraten.

Ibrutinib oder Placebo in Kombination mit Rituximab über 2,5 Jahre

Die Ergebnisse waren deutlich: nach 30 Monaten lebten noch 82 % der Patienten ohne Krankheitsfortschritt, die mit der Ibrutinib–Rituximab-Kombination behandelt worden waren. In der Placebo–Rituximab-Gruppe stand die Erkrankung dagegen nur bei 28 % der Patienten still. Ob die Krankheit dermaßen aufgehalten werden konnte, schien dabei nicht mit speziellen genetischen Veränderungen des Knochenmarks in Zusammenhang zu stehen, die bei manchen Patienten vorliegen. Die Krankheitssymptome sprachen generell besser auf Ibrutinib–Rituximab an (72 % der Patienten) als auf Placebo–Rituximab (32 % der Patienten). Typischerweise leiden Betroffene unter einer Anämie, also einem Mangel an roten Blutkörperchen bzw. dem roten Blutfarbstoff, Hämoglobin. Mit der Ibrutinib–Rituximab-Behandlung stieg allerdings der Hämoglobin-Wert des Blutes dauerhaft bei 73 % der Patienten an. Die Anämie konnte also gut damit gebessert werden. Mit der Placebo–Rituximab-Kombination dagegen zeigten nur 41 % der Patienten eine Verbesserung der Anämie. Die Behandlung hatte allerdings auch Nebenwirkungen. Die häufigsten unerwünschten Effekte der Therapie mit Ibrutinib–Rituximab waren Reaktionen auf die Infusion selbst (z. B. Reizungen an der Einstichstelle), Durchfall, Gelenkschmerzen und Übelkeit. Schwere Probleme wie Herzprobleme traten häufiger mit dieser Medikamentenkombination auf (12 % der Patienten) als mit der Placebo-Rituximab-Behandlung (1 % der Patienten). Auch Bluthochdruck trat mit Ibrutinib öfter auf (13 %) als ohne (4 %). Infusionsbedingte schwerere Probleme waren seltener mit Ibrutinib (1 %) als ohne (16 %), und ebenso gab es seltener einen Anstieg der Immunoglobuline IgM mit der Ibrutinibbehandlung (8 %) als mit dem Placebo (47 %) in der Therapie. Blutergüsse gab es in beiden Behandlungsgruppen gleich häufig (4 % der Patienten).

Gute Wirksamkeit und langfristiger Krankheitsstillstand mit Ibrutinib

Für Patienten, die unter dem Morbus Waldenström, der Makroglobulinämie, leiden, zeigte demnach die Kombination von Ibrutinib und Rituximab gute Wirkung. Deutlich mehr Patienten konnten mit dieser Kombination ohne Krankheitsfortschritt leben als mit der Placebo-Rituximab-Behandlung. Dies traf sowohl auf Patienten zu, die bereits einen Rückfall unter Rituximab mit Chemotherapie erlitten hatten, als auch für die Patienten, deren Erkrankung bisher noch nicht behandelt worden war. Die häufigsten Probleme mit der Behandlung betrafen das Herz der Patienten (Kammerflimmern) und Bluthochdruck. In der Placebo-Kombinationsbehandlung traten dagegen mehr krankheitsbedingte Probleme (Immunglobulin M-Anstieg) und Reaktionen auf die Infusion auf.

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