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Morbus Crohn

Restless-Legs-Syndrom bei Patienten mit einer chronischen Darmentzündung

Original Titel:
Restless legs syndrome is a relevant comorbidity in patients with inflammatory bowel disease

DGP – Bei dem Restless-Legs-Syndrom klagen Betroffene über Missempfindungen in den Beinen, welche bei Bewegung nachlassen. Forscher fanden heraus, dass Patienten mit einer chronischen Darmentzündung zwar nicht häufiger unter diesen Beschwerden litten, diese aber bei ihnen jedoch stärker ausgeprägt waren. Jeder vierte Patient mit einer chronischen Darmentzündung und dem Restless-Legs-Syndrom litt unter einem Eisenmangel. Bei fast all diesen Patienten konnte eine Nahrungsergänzung mit Eisen die Symptome lindern.


Bei dem Restless-Legs-Syndrom (die englische Bezeichnung für das Syndrom der ruhelosen Beine) kommt es zu Missempfindungen in den Beinen. Diese können sehr unterschiedlich sein und sich durch ein Spannen, Kribbeln, Ziehen, Reißen, Wärmegefühl oder Schmerzen äußern. Diese Beschwerden treten auf, wenn der Körper zur Ruhe kommt, und lassen bei Bewegung nach, was dazu führt, dass die Betroffenen einen ständigen Bewegungsdrang verspüren. Es ist bereits bekannt, dass ein Eisenmangel, Folatmangel und ein Vitamin-B12-Mangel das Restless-Legs-Syndrom verursachen können – Defizite, an denen Patienten mit einer chronischen Darmentzündung vermehrt leiden. Daher stellt sich die Frage, ob Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa häufiger oder in einem stärkeren Ausmaß vom Restless-Legs-Syndrom betroffen sind. Kann eine Nahrungsergänzung mit Eisen den Betroffenen helfen?

Forscher untersuchten Patienten mit einer chronischen Darmentzündung auf Eisen-, Folat und Vitamin-B12-Mangel und Restless-Legs-Syndrom

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, führten Wissenschaftler aus Berlin mit Unterstützung aus den USA eine Studie mit 353 Patienten mit einer chronischen Darmentzündung durch. Mithilfe von Gastroenterologen wurde untersucht, ob die Patienten unter einem Eisenmangel und unter dem Restless-Legs-Syndrom litten. Wenn der behandelnde Gastroenterologe den Verdacht hatte, dass ein Patient unter dem Restless-Legs-Syndrom litt, wurde ein Neurologe konsultiert, um eine endgültige Diagnose zu stellen und den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen. Die Patienten mit Restless-Legs-Syndrom, die an einem Eisen, Folat- oder Vitamin-B12-Mangel litten, bekamen entsprechende Nahrungsergänzungsmittel. Diese Patienten wurden 4 und 11 Wochen nach Beginn der Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel erneut untersucht.

Das Restless-Leg-Syndrom war bei vielen Patienten mit einer chronischen Darmentzündung klinisch relevant

Die Analyse der Patientendaten zeigte, dass 9,4 % der Patienten mit Morbus Crohn von dem Restless-Legs-Syndrom betroffen waren, während dies bei Patienten mit Colitis ulcerosa bei 8 % der Fall war. Dies entspricht in etwa dem Anteil der Allgemienbevölkerung mit Restless-Legs-Syndrom. Interessant war hierbei jedoch, dass das Syndrom bei den Patienten mit einer chronischen Darmentzündung häufiger klinisch relevant war. Das bedeutet, dass die Symptome mindestens zweimal pro Woche mit einem mindestens mittelschweren Leiden auftraten. 7,1 % der Morbus Crohn-Patienten und 4,8 % der Colitis ulcerosa-Patienten waren von einem solchen klinisch relevanten Restless-Legs-Syndrom betroffen.

Etwa jeder 4. Patient mit Restless-Legs-Syndrom litt unter einem Eisenmangel

Von den Patienten, die von dem Restless-Les-Syndrom betroffen waren, wiesen 38,7 % einen Eisen-, Folat- und/oder Vitamin-B12-Mangel auf. Am häufigsten wurde hierbei der Eisenmangel beobachtet (bei 25,8 % der Patienten mit Restless-Legs-Syndrom). Bei fast all diesen Patienten (7 von 8 Patienten) führte die Nahrungsergänzung mit Eisen nach 4 Wochen zu einer Verbesserung der Symptome.

Die Forscher stellten somit fest, dass das Restless-Legs-Syndrom bei Patienten mit einer chronischen Darmentzündung nicht häufiger auftrat als bei der Allgemeinbevölkerung. Jedoch war dieses bei den Patienten mit einer chronischen Darmentzündung häufiger klinisch relevant, also stärker ausgeprägt. Die Autoren empfehlen, dass Patienten mit entsprechenden Symptomen einen Neurologen aufsuchen sollten, um eine sichere Diagnose und eine geeignete Behandlung zu erhalten. Zusätzlich zu der ärztlichen Behandlung könnte eine Nahrungsergänzung mit Eisen hilfreich sein, da viele Betroffene unter einem Eisenmangel litten und fast alle dieser Patienten von einer Nahrungsergänzung mit Eisen profitierten.

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