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Darmkrebs

PD-L1: Ziel der Immuntherapie bei metastasiertem Darmkrebs

Original Titel:
Rise of PD-L1 expression during metastasis of colorectal cancer: Implications for immunotherapy

DGP – Für die Beurteilung, ob eine bestimmte Therapie wirksam sein könnte, ist das Vorkommen von dem Zellmerkmal PD-L1 ausschlaggebend. Die vorliegende Studie zeigte, dass es hierbei auch wichtig ist, Metastasen zu untersuchen und nicht nur den Primärtumor. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Metastasen mehr PD-L1 bildeten als die Primärtumoren.


Die Immuntherapie zur Behandlung von Krebs hat das Ziel, das körpereigene Immunsystem zu nutzen und so gezielt Krebszellen zu bekämpfen. Manchmal gelingt es Krebszellen durch Manipulation bestimmter Schaltstellen (Checkpoints) des Immunsystems, der Immunabwehr zu entkommen. Einer dieser Checkpoints ist das Oberflächenmerkmal PD-L1 (Programmed Death Ligand 1). Einige Tumorarten bilden PD-L1, welches mit entsprechenden Rezeptoren auf den T-Zellen des Immunsystems wechselwirkt und diese so deaktiviert. Die Krebszellen haben somit ein Stoppschild für das Immunsystem und können sich ungehindert vermehren. Für die Immuntherapie ist dies ein guter Ansatzpunkt. Denn ein Wirkstoff, der verhindert, dass PD-L1 mit den Rezeptoren der T-Zellen wechselwirkt, könnte die Krebszellen für eine Bekämpfung durch das Immunsystem wieder zugänglich machen.

Wissenschaftler untersuchten den Primärtumor und Metastasen auf PD-L1

Die Bildung von PD-L1 in Darmtumoren soll die Wirksamkeit einer Immuntherapie gegen PD-L1 vorhersagen. Jedoch fand man auch ein Ansprechen der Immuntherapie, obwohl der Tumor am Ursprungsort (Primärtumor) kein PD-L1 gebildet hatte. Daher versucht eine Studie chinesischer Wissenschaftler, das Vorkommen von PD-L1 bei primären und ausgesiedelten (metastasierten) Darmtumoren zu klären.

Metastasen wiesen mehr PD-L1 auf als der Primärtumor

Eine verstärkte Bildung von PD-L1 wurde in 82 % der metastasierten Darmtumore gefunden. PD-L1 ist damit in metastasierenden Darmtumoren doppelt so häufig verbreitet wie in Primärtumoren. Wenn die Primärtumore mit den Metastasen der gleichen Patienten verglichen wurden, konnte eine verstärkte Bildung von PD-L1 oft während der Metastasierung beobachtet werden. Eine uneinheitliche Bildung von PD-L1 durch verschiedenartige Gewebe innerhalb eines Tumors (Heterogenität) trat sowohl für Metastasen (22 %) als auch für Primärtumore (33 %) auf.

Aus diesen Ergebnissen lässt sich festhalten, dass PD-L1 deutlich stärker in Metastasen als in Primärtumoren bei Darmkrebs gebildet wird. PD-L1 im metastasierenden Darmtumor sollte daher bei der Bewertung, ob Patienten für eine Immuntherapie von Darmkrebs in Frage kommen, berücksichtigt werden.

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