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Colitis ulcerosa: Die Wirksamkeit von Golimumb im klinischen Alltag

Original Titel:
Golimumab induction and maintenance for moderate to severe ulcerative colitis: results from GO-COLITIS (Golimumab: a Phase 4, UK, open label, single arm study on its utilization and impact in ulcerative Colitis)

DGP – Golimumab ist ein TNF-Hemmer, der dann zum Einsatz kommt, wenn die konventionellen Therapien gescheitert sind. Wissenschaftler stellten in der vorliegenden Studie fest, dass die meisten Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Colitis ulcerosa auf den Wirkstoff ansprachen. Jedoch verlor der Wirkstoff in zwei von drei Fällen in Laufe der Zeit seine Wirkung.


Für Patienten mit Colitis ulcerosa, bei denen die konventionellen Therapien gescheitert sind, bieten Biologika eine Möglichkeit, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Bei Biologika handelt es sich um Wirkstoffe, die aus lebenden Zellen gewonnen werden. In der Regel kommen zunächst die Biologika zum Einsatz, die sich gegen den Entzündungsfaktor TNF (Tumornekrosefaktor) richten. Für die Behandlung von Colitis ulcerosa sind in Deutschland derzeit drei solcher TNF-Hemmer zugelassen. Der neueste von ihnen ist Golimumab. Golimumab hat sich in klinischen Studien bereits als wirksam erwiesen. Wissenschaftler aus England und Schottland untersuchten nun, wie wirksam Golimumab im klinischen Praxisalltag ist.

Patienten mit Colitis ulcerosa bekamen Golimumab

Die Wissenschaftler zogen für ihre Studie Daten von 205 Erwachsenen, die seit mindestens drei Monaten an Colitis ulcerosa erkrankt waren, heran. Eine Voraussetzung für das Einbeziehen in die Analyse war, dass der Patient noch nie zuvor mit einem TNF-Hemmer behandelt wurde. Alle Patienten wurden mit dem TNF-Hemmer Golimumab behandelt. Zu Beginn der Therapie wurde ihnen 200 mg des Wirkstoffs unter die Haut gespritzt. Nach zwei Wochen folgte eine Dosis von 100 mg. Nach dieser Anfangsbehandlung erhielten die Patienten alle 4 Wochen entweder 50 mg oder 100 mg Ustekinumab – die Menge richtete sich nach dem Körpergewicht der Patienten. Insgesamt wurden die Patienten 54 Wochen lang behandelt und im Anschluss 12 Wochen lang beobachtet. Um die Wirksamkeit der Golimumab-Therapie beurteilen zu können, ermittelten die Wissenschaftler sowohl zu Beginn der Therapie als auch nach 6, 30, 54 und 66 Wochen die Krankheitsaktivität der Patienten.

Die meisten Patienten sprachen auf Golimumab an

Bei der Auswertung der Daten stellten die Wissenschaftler fest, dass in der 6. Woche 68, 8 % der Patienten (141 Patienten) auf die Therapie ansprachen. Bei 38,5 % der Patienten (79 Patienten) wurden die Krankheitssymptome sogar soweit reduziert, dass sich die Patienten zu dem Zeitpunkt in einer Ruhephase der Erkrankung befanden. Von den 141 Patienten, die während der Anfangsbehandlung auf Golimumab ansprachen, führten 140 Patienten die Behandlung fort. 51 von ihnen (36,4 %) sprachen auch nach 54 Wochen noch auf die Behandlung an. Insgesamt profitierte somit etwa jeder 4. Patient, der mit Golimumab behandelt wurde (51 von 205 Patienten, 24,9 %), auch nach 54 Wochen noch von der Behandlung. Die Therapie war jedoch nicht frei von Nebenwirkungen. 8,8 % der Patienten mussten die Therapie aufgrund von schweren unerwünschten Ereignissen abbrechen.

Patienten mit Colitis ulcerosa profitierten somit von einer Behandlung mit Golimumab. Zwei von drei Patienten sprachen nach 6 Wochen auf die Behandlung an und etwa jeder dritte Patient befand sich zu dem Zeitpunkt sogar in einer Ruhephase der Erkrankung. Allerdings verlor die Therapie bei etwa zwei von drei Patienten im Laufe der Zeit seine Wirkung.

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