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Womöglich hilfreich, definitiv weitere Programme und Forschung wert: unterstützendes Programm für Demenzpflegende

Original Titel:
An intervention programme for caregivers of dementia patients with frontal behavioural changes: an explorative study with controlled effect on sense of competence.

DGP – Diese kleine Studie untersuchte ein unterstützendes Programm für Personen in der Demenzpflege mit verhaltensproblematischen Patienten. Die Pflegenden erlangten damit ein besseres Kompetenzgefühl und empfanden das Programm als hilfreich – wenn auch diese Pilotstudie keine belastbaren Ergebnisse vorzeigen konnte. Für Pflegende ist zu hoffen, dass nun weitere Untersuchungen solcher Programme mit größeren Teilnehmerzahlen folgen werden.


Pflegende Menschen stehen oft unter einer großen Belastung. Dies ist auch der Fall, wenn sie Patienten mit einer Demenzerkrankung betreuen, und besonders, wenn als Folge der Demenz Verhaltensprobleme und -auffälligkeiten auftreten. Unterstützung für pflegende und betreuende Menschen wäre daher ein wichtiger Beitrag – die Wirksamkeit verschiedener solcher Programme ist aber bisher noch kaum untersucht. Dazu führten niederländische Forscher nun eine Pilotstudie durch.

Besonders belastend: Demenzpflege mit Verhaltensproblemen

Teilnehmer waren Pfleger von Demenzpatienten, die Symptome der Apathie, Enthemmung und/oder stereotypes Verhalten zeigten. Alle Patienten zeigten im standardisierten Test für typische Verhaltensänderungen bei Schädigungen des hinter der Stirn liegenden Frontralhirns (frontal behavioural inventory, FBI) deutliche Symptome (FBI-Wert von mindestens 11). Die Pfleger wurden zufällig einer Intervention oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. In dem 6-monatigen Interventionsprogramm erhielten die Teilnehmer Unterstützung in Form von Psychoedukation, sozialem Support und einer kognitiven Verhaltenstherapie. Zu Beginn der Studie und nach dem Programmabschluss wurden Daten zu wahrgenommenem Stress, depressiven Symptomen und Belastung in beiden Gruppen erhoben.

Kann ein unterstützendes Programm Pflegenden spürbar Support bieten?

Insgesamt nahmen 30 pflegende Menschen an der Untersuchung teil. Jeweils 15 wurden der Kontrollgruppe und der Interventionsgruppe zugeordnet.

Die Teilnehmer des Supportprogramms berichteten von einem größeren Gefühl der Kompetenz – im Lauf des Programms hatten sie demnach Dinge erlernt, die sie mit mehr Souveränität zurückließ. Entsprechend deuteten sich auch Verbesserungen in Belastung, wahrgenommenem Stress und depressiven Symptomen an. Die Werte waren allerdings nicht statistisch unterscheidbar von denen der Kontrollgruppe.

Womöglich hilfreich, definitiv weitere Programme und Forschung wert

Die kleine Studie fand demnach, dass ein unterstützendes Programm Personen in der Demenzpflege mit verhaltensproblematischen Patienten ein besseres Kompetenzgefühl vermitteln konnte. Insgesamt empfanden die Teilnehmer das Programm als hilfreich – wenn auch diese Pilotstudie keine belastbaren Ergebnisse vorzeigen konnte. Für Pflegende zu hoffen ist, dass nun weitere Untersuchungen solcher Programme mit größeren Teilnehmerzahlen folgen werden.

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