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KHK / Herzinfarkt

Erweiterung der Blutgefäße mit medikamentenfreisetzenden Gefäßstützen – Erzielt eine abbaubare Beschichtung bessere Erfolge als eine dauerhafte Beschichtung?

Original Titel:
Biodegradable polymer drug-eluting stents versus first-generation durable polymer drug-eluting stents: A systematic review and meta-analysis of 12 randomized controlled trials

DGP – Stents mit einer medikamentenfreisetzenden Beschichtung wurden so weiterentwickelt, dass diese Beschichtung mit der Zeit abgebaut wird. Forscher fanden jedoch keine Unterschiede zwischen der neuen und der älteren Stent-Varianten, was das Risiken anging, innerhalb der nächsten drei Jahren zu sterben, einen Herzinfarkt zu erleiden, von erneuten Verengungen der behandelten Stelle oder von schwerwiegende Herz-Kreislauf-Komplikationen oder von Verstopfungen der Stents durch ein Blutgerinnsel betroffen zu sein.


Um bei Verengungen der Koronararterien die Durchblutung wiederherzustellen, wird häufig ein sogenannter Ballonkatheter eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen Katheter, an dessen Spitze sich ein gefalteter Ballon befindet. Dieser wird über die Blutgefäße zu der verengten Stelle gebracht und dort gedehnt. Dadurch wird die Engstelle geweitet. Um diese Dehnung zu stabilisieren, werden meist Gefäßstützen (Stents) eingebracht. Von diesen gibt es verschiedene Sorten, die stets weiterentwickelt und verbessert wurden. Die einfachste Form der Stents bilden die Gefäßstützen, die nur aus Metall bestehen. Andere Stents sind zusätzlich beschichtet und setzten Wirkstoffe frei. Solche Stents werden als medikamentenfreisetzende Stents bezeichnet. Die Wirkstoffe dienen dazu, der Zellneubildung und somit einer erneuten Verengung des behandelten Blutgefäßes entgegenzuwirken. Doch die dauerhafte Beschichtung der Stents führt dazu, dass die Wundheilung verzögert wird und dass die Stents häufiger erst sehr spät durch Blutgerinnsel verstopft werden. Um dieses Risiko zu minimieren, wurden die Stents weiterentwickelt und zwar mit einer sich langsam auflösenden Beschichtung. Doch bietet diese neue Form der Stents tatsächlich Vorteile für den Patienten?

Chinesische Forscher fassten die Ergebnisse von 12 Studien zusammen

Dieser Frage gingen nun Wissenschaftler aus China nach. Um sie zu klären, suchten die Wissenschaftler in internationalen Datenbanken nach Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit beider Stent-Varianten miteinander verglichen hatten, indem die Patienten zufällig einer der beiden Behandlungsgruppen zugewiesen wurden. Die Wissenschaftler fanden 12 geeignete Studien, die die Daten von insgesamt 13480 Patienten enthielten. 7730 Patienten wurden mit Stents mit einer abbaubaren Beschichtung behandelt, während die anderen 5750 Patienten stattdessen Stents mit einer dauerhaften Beschichtung erhielten. Alle Patienten wurden mindestens 2 Jahre lang begleitet.

Es konnten keine nennenswerten Unterschiede zwischen Stents mit einer abbaubaren und Stents mit einer dauerhaften Beschichtung festgestellt werden

Während des Beobachtungszeitraumes konnten zwischen den beiden Behandlungsgruppen keine Unterschieden in Bezug auf das Sterberisiko, Herzinfarkte, erneute Verengung des behandelten Blutgefäßabschnittes und schwerwiegende Herz-Kreislauf-Komplikationen festgestellt werden. Das bedeutet, dass es für diese ernsthaften Komplikationen keinen Unterschied machte, ob dem Patienten ein Stent mit einer abbaubaren oder mit einer dauerhaften Beschichtung eingesetzt wurde. Demnach schien die Wirksamkeit beider Stents ähnlich zu sein.

Auch was das Langzeitrisiko für eine Stentthrombose anging, konnten keine Unterschiede bei den beiden Stent-Varianten ausgemacht werden. Das Risiko, dass ein Blutgerinnsel das Gefäß an der Stelle des Stents verschließt, war somit bei beiden Stent-Varianten nahezu gleich.

Es schien somit keine Unterschiede zwischen den Stents mit einer abbaubaren und einer dauerhaften Beschichtung zu geben, was das Sterberisiko, das Herzinfarkt-Risiko, das Risiko für eine erneute Verengung der behandelten Stelle, das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Komplikationen und das Risiko für die Verstopfung des Stents durch ein Blutgerinnsel anging. Es ist jedoch anzumerken, dass die Patienten in dieser Studie nur bis zu drei Jahre lang beobachtet wurden. Ob sich Unterschiede bei einer längeren Beobachtungszeit feststellen lassen, müssen weitere Studien zeigen.

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