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Prostatakrebs

Bluthochdruck, Bauchfett, Diabetes, erhöhte Blutfette – Das Metabolische Syndrom erhöht das Risiko, dass der Prostatakrebs aggressiver und weiter fortgeschritten ist als angenommen

Original Titel:
Metabolic syndrome increases the risk of upgrading and upstaging in patients with prostate cancer on biopsy: a radical prostatectomy multicenter cohort study

DGP – Von einem Metabolischen Syndrom sind Personen betroffen, wenn sie mehrere Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Bauchfett und erhöhte Blutfette aufweisen. Dies kann ich auch in Bezug auf Prostatakrebs negativ auswirken, wie die vorliegende Studie zeigte. Prostatakrebs-Patienten hätten nämlich ein größeres Risiko, dass sich der Krebs nach der Operation als aggressiver und weiter fortgeschritten herausstellte als angenommen, wenn sie zusätzlich unter dem Metabolischen Syndrom litten.


Um Prostatakrebs diagnostizieren zu können, werden Gewebeproben aus der Prostata entnommen und genauestens untersucht (Biopsie). Werden in diesen Gewebeproben Krebszellen gefunden, kann anhand ihres Aussehens die Aggressivität des Prostatakrebses bestimmt werden. Da es sich bei den Gewebeproben um Stichproben handelt, kann es vorkommen, dass die Aggressivität und die Ausbreitung des Tumors bei der Biopsie falsch eingeschätzt werden. Eine genauere Beurteilung kann erst nach einer Operation gegeben werden. Denn erst dann steht das komplette Prostatagewebe zur Untersuchung zur Verfügung. Nicht selten kommt es daher dazu, dass sich nach der Operation herausstellt, dass der Krebs doch aggressiver (als „Upgrading“ bezeichnet) oder weiter fortgeschritten (als „Upstaging“ bezeichnet) ist als vorher angenommen. Forscher aus Italien vermuteten, dass eventuell das Metabolische Syndrom ein Risikofaktor dafür sein könnte, dass es nach der Operation zu einem Upgrading oder Upstaging kommt.

Forscher untersuchten Prostatakrebs-Patienten auf das Metabolische Syndrom

Um diese Vermutung zu bestätigen führten die Wissenschaftler eine Studie mit 400 Prostatakrebs-Patienten durch, die sich in einem von drei verschiedenen Einrichtungen in Italien die Prostata entfernen ließen. Vor der Operation wurden verschiedene Werte der Patienten gemessen. Dazu gehörten der Blutdruck, der Body Mass Index (BMI), der Taillenumfang, der PSA (prostataspezifisches Antigen)-Wert, der Nüchternblutzucker und verschiedene Blutfette. Ein Metabolisches Syndrom lag dann vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt waren: Blutdruck von mindestens 130/85 mmHg (oder bereits eingeleitete Therapie gegen Bluthochdruck), Taillenumfang von über 102 cm, Nüchternblutzucker von mindestens 110 mg/dl oder Diabetes, HDL-Cholesterinwerte von weniger als 40 mg/dl und Triglycerid-Werte von mehr als 150 mg/dl. Mindestens drei von diesen Kriterien trafen auf 148 Männern (37 %) zu, die daher die Diagnose „Metabolisches Syndrom“ erhielten.

Bei Patienten mit zusätzlichem Metabolischen Syndrom stellte sich der Krebs nach der Operation häufiger als aggressiver und weiter fortgeschritten heraus als zuvor angenommen

Die Auswertung der Daten zeigte, dass bei den meisten Männern mit Metabolischem Syndrom nach der Operation sowohl ein Upgrading (54,5 %) als auch ein Upstaging (56,8 %) vorgenommen werden mussten. Es stellte sich heraus, dass dieses bei Patienten mit Metabolischem Syndrom häufiger nötig war als bei Patienten, die nicht vom Metabolischen Syndrom betroffen waren. Das Metabolische Syndrom stellte somit einen Risikofaktor für das Upgrading und Upstaging nach der Operation dar.

Prostatakrebs-Patienten hatten somit ein größeres Risiko für ein Upstaging und Upgrading nach der Operation, wenn sie zusätzlich unter dem Metabolischem Syndrom litten. Bei den Betroffenen, stellte sich nach der Operation nämlich häufiger heraus, dass der Prostatakrebs aggressiver und weiter fortgeschritten war als nach der Biopsie angenommen. Bei dieser Patientengruppe sollten die Biopsie-Ergebnisse daher mit Vorsicht betrachtet werden, was vor allem Konsequenzen haben kann, wenn sich diese Patienten aufgrund der Ergebnisse der Biopsie für das Abwarten und Beobachten entscheiden.

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