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Darmkrebs

Ältere Krebspatienten profitieren von Beratung durch Apotheker

Original Titel:
Pilot Randomized Trial of a Pharmacy Intervention for Older Adults with Cancer

DGP – Wissenschaftler aus den USA erprobten, ob ältere Krebspatienten durch eine Beratung von Apothekern profitieren könnten, um ihre notwendigen Impfungen und die Medikamenteneinnahme zu verbessern. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Beratungen gut angenommen wurden und die Patienten mit Beratung danach deutlich häufiger gegen Grippe und Lungenentzündungen geimpft waren.


Ältere Krebspatienten müssen häufig neben den Krebsmedikamenten noch zahlreiche weitere Medikamente einnehmen. Für die behandelnden Ärzte kann es zur Herausforderung werden, über alle eingenommenen Medikamente und notwendigen Impfungen Herr zu werden. Wissenschaftler aus den USA kamen auf die Idee, Apotheker einzuspannen, um das Medikamentenmanagement von älteren Krebspatienten zu verbessern. Die Wissenschaftler konzipierten eine Studie zu dem Thema, um zu überprüfen, ob der Einsatz der Apotheker machbar und effektiv war.

Kleine Studie erprobt, ob Apotheker die Versorgung von älteren Krebspatienten verbessern könnten

Die Wissenschaftler schlossen 60 ältere Patienten (≥ 65 Jahre) mit Brustkrebs, Lungenkrebs oder Krebs im Magen-Darm-Bereich in ihre Studie ein. Alle Patienten erhielten eine Chemotherapie. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt – eine Patientengruppe erhielt die Beratung durch die Apotheker, die andere Gruppe war die Kontrollgruppe, die nur die Standardbehandlung bekam. Die Patienten in der Beratungs-Gruppe trafen sich während der zweiten oder dritten Chemotherapiebehandlung einmal mit einem Apotheker.

Zu Beginn der Studie und nach 4 Wochen analysierten die Wissenschaftler, wie viele der Patienten ausreichend geimpft waren und ob die Patienten abweichende oder potenziell unangemessene Medikamente einnahmen. Die Medikamenteneinnahme wurde als abweichend bezeichnet, wenn die Patienten über die Einnahme von anderen als in ihrer Gesundheitsakte notierten Medikamente berichteten. Als potenziell unangemessen galten Medikamente, wenn diese insbesondere bei älteren Menschen vermehrt zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können.

Besserer Impfstatus nach Beratung durch Apotheker

Fast alle Patienten in der Beratungs-Gruppe (96,6 %) nahmen die Beratungen durch die Apotheker in Anspruch. Vier Wochen nach der Beratung waren die Krebspatienten der Beratungs-Gruppe im Vergleich zu der Kontrollgruppe häufiger mit notwendigen Impfungen gegen Lungenentzündungen und Grippe versorgt. Die Ergebnisse deuteten zudem darauf hin, dass die Patienten der Beratungs-Gruppe weniger häufig abweichende oder potenziell unangemessene Medikamente einnahmen. Diese Ergebnisse gelten allerdings als vorläufig, da sie nicht ausreichend abgesichert sind und daher nur einen Trend andeuten.

Schlussfolgernd zeigte diese kleine Studie, dass die Beratung durch die Apotheker von den Krebspatienten gut angenommen wurde. Nach der Beratung durch die Apotheker waren die Patienten häufiger mit notwendigen Impfungen versorgt. Die Ergebnisse zeigten zudem auf einen Trend hin, dass die Beratung die Medikamenteneinnahme der Patienten verbessern und die Einnahme von abweichenden und potenziell unangemessenen Medikamenten mindern könnte.

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