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KHK / Herzinfarkt

Medikamentenfreisetzende Stents oder unbeschichtete Metall-Stents? – Ergebnisse mehrerer Studien

Original Titel:
Drug-eluting or bare-metal stents for percutaneous coronary intervention: a systematic review and individual patient data meta-analysis of randomised clinical trials

DGP – Sind medikamentenfreisetzende Stents wirklich besser als unbeschichtete Metall-Stents? Im Hinblick auf das Risiko für eine Herzinfarkt innerhalb des ersten Jahres nach dem Eingriff lautet die Antwort „ja“. Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls ein internationales Forscherteam, das die Ergebnisse mehrerer Studien zu dieser Thematik zusammenfasste.


Es gibt verschiedene Methoden, um die Durchblutung bei verengten Koronararterien – das Krankheitsbild der koronaren Herzkrankheit (KHK) – wiederherzustellen. Eine Möglichkeit ist die Ballonkatheter-Behandlung. Bei dieser wird ein zunächst gefalteter Ballon durch das Blutgefäß zur Engstelle gebracht und dort entfaltet, sodass die Engstelle geweitet wird. Um diese Dehnung zu stabilisieren, können Gefäßstützen, sogenannte Stents, eingebracht werden. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen: unbeschichtete Metall-Stents oder medikamentenfreisetzende Stents, die kontinuierlich weiterentwickelt wurden. Doch haben die medikamentenfreisetzenden Stents gegenüber den unbeschichteten Metall-Stents tatsächlich einen Vorteil? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, sichtete ein internationales Forscherteam mit Unterstützung aus Deutschland die derzeitige Datenlage zu dieser Thematik.

Die Wissenschaftler verglichen medikamentenfreisetzende Stents mit unbeschichteten Metall-Stents

Die Wissenschaftler suchten nach bereits veröffentlichten Studien, die die Wirksamkeit von reinen Metall-Stents mit der von medikamentenfreisetzenden Stents der neuen Generation bei KHK-Patienten verglichen haben. Sie fanden insgesamt 20 geeignete Studien, die die Daten von 26 616 Patienten beinhalteten. Die Patienten wurden durchschnittlich 3,2 Jahre lang begleitet. Die Wissenschaftler interessierten sich vor allem dafür, wie häufig es in diesem Zeitraum zu Herzinfarkten oder Herz-Kreislauf-bedingten Todesfällen kam.

Weniger Herzinfarkte bei medikamentenfreisetzenden Stents der neuen Generation

Bei der Auswertung stellten die Wissenschaftler fest, dass das Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod oder einen Herzinfarkt für Patienten mit medikamentenfreisetzenden Stents geringer war als für Patienten, die stattdessen reine Metall-Stents erhielten. Bei genauerer Betrachtung fiel auf, dass dieses reduzierte Risiko nur auf ein geringeres Risiko für Herzinfarkte und nicht auf ein geringeres Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod zurückzuführen war. Das Risiko für Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle schien nämlich unabhängig von der Art der Stents zu sein – genauso wie das allgemeine Sterberisiko. Anders sah es mit einem Verschluss des Stents – der Stentthrombose – und der Notwendigkeit für einen erneuten Eingriff zur Wiederherstellung der Durchblutung aus. Patienten hatten bezüglich dieser beiden Fälle ein geringeres Risiko, wenn sie die medikamentenfreisetzenden Stents der neuen Generation statt der einfachen Metall-Stents bekamen. Interessanterweise waren die Vorteile der medikamentenfreisetzenden Stents nur im ersten Jahr nach dem Eingriff deutlich sichtbar.

Innerhalb des ersten Jahres nach dem Eingriff waren die medikamentenfreisetzenden Stents der neuen Generation den reinen Metall-Stents überlegen. Die Autoren der Studie fordern, dass die medikamentenfreisetzenden Stents weiterentwickelt werden, sodass der Vorteil auch nach mehr als einem Jahr noch bestehen bleibt.

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